Leitl: Euro-Dollar-Wechselkurs soll entscheidender für EZB-Leitzins sein

Die internationalen Wettbewerbserfolge der europäischen Unternehmen dürfen nicht zu Nichte gemacht werden.

Wien (PWK313) - "Der Dollar sinkt, weil die US-Wirtschaft schwächelt. Diese Verlangsamung macht eine Senkung des amerikanischen Leitzinssatzes durch die Notenbank Fed wahrscheinlich", erklärte Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, im Vorfeld des Eurochambres Presidency Meeting am Freitag im spanischen Valencia. "Damit ist es höchste Zeit, dass die Europäische Zentralbank die Euro-Dollar-Wechselkursdynamik und ihre Auswirkungen offensichtlicher in ihre Leitzinsentscheidungen einbezieht."

"Eine weitere Leitzinsanhebung würde den Euro-Außenwert nur noch weiter in die Höhe treiben", so Leitl. Zuletzt haben europäische und österreichische Unternehmen weit reichende Maßnahmen ergriffen, um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu halten und auszubauen. Diese Wettbewerbsfähigkeit sichere den Aufschwung in Europa und in Österreich. "Das heißt mehr Wachstum und Beschäftigung. Es wäre bedauerlich, wenn diese entscheidenden Anstrengungen zu Nichte gemacht würden."

Führende Analysten, etwa der Bank of America oder der Deutschen Bank, warnen davor, dass ein Abschwung in den USA zum "Hauptbelastungsfaktor" für Europas Exporteure werden könnte. Sie befürchten eine "Verschnaufpause des Wachstums in der Eurozone im Laufe des Jahres 2007". "Die Europäische Zentralbank ist bei den Inflationsaussichten zu pessimistisch und bei den Konjunkturaussichten zu optimistisch", betont Leitl. "Es muss nun alles getan werden, um das aktuelle Wirtschaftswachstum zu stabilisieren." Ein Inflationsrisiko sieht er derzeit nicht gegeben.

Leitl warnt die EZB davor, den Leitzins im Juni zum achten Mal zu erhöhen: Die vorhandenen Mittel der Unternehmen sollten besser für Zukunftsinvestitionen (Investitionsgüter, Arbeitskräfte, Forschung, Entwicklung, Innovation, usw.) als für überhöhte Kapitalkosten wie Kreditzinsen verwendet werden, ist der WKÖ-Präsident überzeugt. Er fordert den Rat der EZB auf, von allen seinen möglichen geldpolitischen Instrumenten Gebrauch zu machen, um einen durch Marktspekulationen überhöhten Euro-Außenwert zu verhindern. (FA)

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