ZUK-Diskussion mit Rachinger: Gesellschaft braucht kulturelle Identität

Mehr Unterstützung für Frauen von Frauen in Spitzenpositionen

Wien (SK) - Unter dem Thema "Wie wird frau wichtig" diskutierte Gertraud Knoll, Leiterin der SPÖ-Zukunftswerkstätte, am Montag in der Zukunfts- und Kulturwerkstatt mit Johanna Rachinger, Generaldirektorin der österreichischen Nationalbibliothek über ihren Karriereweg als Frau. Es sei "schön gerade am Welttag des Buches die Generaldirektorin der österreichischen Nationalbibliothek" als Gast zu haben, zeigte sich Knoll erfreut. "Die Gesellschaft braucht eine kulturelle Identität, die nur über Erinnerung entstehen kann ", erklärte Rachinger, "ein Gedächtnisinstitut, wie die Nationalbibliothek, stehe für den Zugang zur Erinnerung". Frauen in Führungspositionen müssten Frauen mehr fördern, forderte Rachinger. ****

"Wenn wir die Vergangenheit nicht begreifen, dann sind wir auch nicht fähig die Zukunft zu gestalten", erklärte Rachinger, die so die Wichtigkeit von gesammelter und aufgezeichneter Geschichte für die Gesellschaft, unterstrich. Auch die Nationalbibliothek hatte die "aggressive Erwerbungspolitik", ein Fehler während der NS-Zeit, lange nicht aufgearbeitet, deshalb sei die Umsetzung der Restitutionsgesetze, die Bestände der Nationalbibliothek betreffend, für Rachinger sehr wichtig gewesen. 50.000 Bücher und andere Objekte sollten restituiert werden, mittlerweile seien über 30 000 an Erben und Nachkommen der Opfer des Nationalsozialismus übergeben worden. Es sei die Verantwortung "unserer Generation", "die braunen Schatten der Vergangenheit" aufzuarbeiten und uns "mit unserer Geschichte auseinandersetzen", so Rachinger.

Darf nicht sein, dass Frauen immer noch zwischen Kind und Karriere wählen müssen

Sie habe ihre Karriere nie geplant, erklärte Rachinger. Wichtig war ihr aber immer ihre "finanzielle Unabhängigkeit". Auch mit dem Begriff "Power Frau" habe Rachinger "nie etwas anfangen können". Für sie seien die richtigen "Power Frauen", die mit doppel- und dreifacher Belastung durch Beruf, Kindererziehung und Haushalt. Sie habe keine Kinder und hätte deshalb diesen "beruflichen Weg gut gehen können". "Es kann nicht sein, dass Frauen sich ständig entscheiden müssen, entweder Kind oder Beruf", forderte Rachinger. Es sei ein politischer Auftrag endlich für flächendeckende Betreuungseinrichtungen zu sorgen und den Frauen klar zu machen, "ihr seid nicht allein verantwortlich", so Rachinger.

Networking sei in der heutigen Gesellschaft "absolut überbewertet". "Frauen machen keine Karriere, wenn sie auf Veranstaltungen sind. Man muss im Job gut sein und zur richtigen Zeit Mut haben und ja sagen", empfahl Rachinger. Für sie war es immer wichtig, als Frau in einer Führungsposition, Frauen auch zu fördern. So gebe es in der Nationalbibliothek ein Mindestgehalt von 1400 Euro, das vor allem Frauen hilft, einen Frauenförderplan und Weiterbildungsprogramme. Man solle "Frauen, die schon in Führungspositionen sind, viel mehr in die Verantwortung nehmen, sich für Frauen auch einzusetzen", forderte Rachinger abschließend. (Schluss) ar

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