"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Spargel in der Schule?"

In der Bildungspolitik sollten endlich Fakten statt Farben eine Rolle spielen.

Wien (OTS) - Was ist dabei, wenn sich eine SPÖ-Ministerin und ein BZÖ-Landeschef auf ein Projekt einigen? In der Politik soll es ja um die Sache, nicht um Farben gehen, könnte man meinen. Das ist grundsätzlich richtig. Nur: Die Sache ist die Gesamtschule, die SPÖ mit der ÖVP in einer Koalition; und die lehnt diese Schulform ab. Insofern ist bemerkenswert, dass Kärnten das erste Bundesland ist, das sich mit Bildungsressortchefin Schmied auf "Modellregionen" dafür verständigt hat.

ÖVP-Chef Molterer bezeichnet die "rot-orange Achse" süffisant als interessant. Seine Partei ortet die Fortsetzung des einstigen Spargelessens zwischen Haider und Gusenbauer in Schulkantinen. Das hat der BZÖ-Mann bezweckt. Haider freut sich diebisch über den Gesamtschul-Coup. Er bekommt jene Aufmerksamkeit, die er seit Langem vermisst. Er kann einen Keil in das ohnehin fragile Regierungsbündnis treiben; und Schüssel ärgern, mit dem er noch immer Rechnungen offen hat.

Derlei taktisches Geplänkel sollte endlich vom politischen Stundenplan verschwinden. Hinauf sollte die beste Ausbildung für zehn- bis 14-Jährige. Statt zu streiten, ob die Gesamtschule diese gewährleistet, sollte man sie erproben. Dann hat man Fakten statt Ideologien.

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