Internationaler Tag des Versuchstiers

VIER PFOTEN macht auf die anhaltend schlechte Situation der Labortiere aufmerksam - und sieht Chancen in der bevorstehenden Richtlinien-Überarbeitung der EU.

Wien (OTS) - Am 24. April jährt sich der "Internationale Tag des Versuchstiers". Derzeit sterben jährlich nach wie vor rund 10 Millionen Versuchstiere in Europas Labors.

An dieser Zahl könnte sich jedoch bald etwas ändern: Derzeit wird die Richtlinie 86/609 zum "Schutz der für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendete Tiere" überarbeitet - zum ersten Mal seit 21 Jahren.

VIER PFOTEN sieht hier eine Möglichkeit in drei Bereichen Veränderungen zu bewirken, die ein erster Schritt in Richtung Abschaffung von Tierversuchen sein können.

"In erster Linie verlangen wir von politischen Entscheidungsträgern ein klares Bekenntnis zum Ersatz von Tierversuchen durch Alternativmethoden. Wir setzen uns dafür ein, dass sowohl die Entwicklung tierleidfreier Alternativen verstärkt gefördert wird, als auch dass diese schnell anstelle von Tierversuchen zugelassen werden", sagt Maria Purzner, Versuchstier-Expertin bei VIER PFOTEN.

Ein weiterer, natürlich zentraler Punkt ist der verstärkte Schutz des Labortieres. Die Haltungsbedingungen müssen verbessert werden, wie auch der Umgang und die Pflege des Tieres in seinem kurzen Dasein, um das Leid so gering wie möglich zu halten. "Labortiere sind in den Ländern mit Tierschutzgesetz - wie Österreich - von dieser Gesetzgebung ausgenommen. Für sie gelten vollkommen andere Haltungsbedingungen als für ihre Artgenossen in Privathaltung. Hier wird also mit zweierlei Maß gemessen - und die Tiere leiden qualvoll!".

Der dritte - wichtige - Teilbereich betrifft die Transparenz nach außen. "Derzeit werden etwa Tiere, die für Organentnahmen getötet werden, oder Embryonen, an denen geforscht wird, in den Statistiken nicht mitgezählt. Die tatsächliche Zahl der Tiere, die in Versuchen leiden müssen, ist also um ein Vielfaches höher als es in den jährlichen Veröffentlichungen dargestellt wird. Auch die Tiere, die etwa bei der Zucht von gentechnisch veränderten Tieren anfallen, gibt es eigentlich gar nicht. Hier sprechen die Statistiken von einer Quote von 0,1-10%. Dies bedeutet zum Beispiel, dass für eine Maus, die tatsächlich Tumore bekommt, bei der Zucht zehn bis hundert Mäuse geboren werden, die dann wiederum entsorgt werden. Die Bevölkerung hat das Recht, die Wahrheit zu erfahren.", sagt Purzner weiter.

Mit der Überarbeitung der Richtlinie 86/609 der EU bietet sich also eine Chance, zumindest einen Teil des Tierleids zu lindern -langfristiges Ziel muss natürlich der vollständige Ersatz von Tierversuchen bleiben.

Rückfragen & Kontakt:

Maria Purzner, Labortier-Expertin, 0664-180 13 13, maria.purzner@vier-pfoten.org
Marco Flammang, Pressesprecher, 0664-3086 303,
marco.flammang@vier-pfoten.org

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPF0001