100 Agrarier-Vertreter aus aller Welt in Wien zu Analyse globaler Märkte

Schultes: Regelwerk für fairen Handel wichtig für künftige Marktchancen

Wien (AIZ) - Rund 100 Repräsentanten der im Welt-Landwirteverband IFAP organisierten 115 Landwirteverbände aus 80 Staaten trafen heute in Wien im Palais Niederösterreich zur jährlichen Produktgruppenkonferenz von IFAP zusammen. In vier parallelen Arbeitsgruppen - Getreide und Ölsaaten, Fleisch und Futtermittel, Milchprodukte sowie tropische Produkte - beleuchteten die Landwirtevertreter und internationale Experten die aktuelle Entwicklung der globalen Agrarmärkte und ihre Zukunftsaussichten. Hermann Schultes, Präsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, eines der sechs von Europa gestellten Mitglieder im 20-köpfigen Exekutivausschuss von IFAP, stellte in seinem Eröffnungsstatement der Arbeitsgruppe Getreide und Ölsaaten die klein strukturierte und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete österreichische Landwirtschaft sowie ihre gesetzliche Vertretung in den Landwirtschaftskammern vor uns wies auf die historische Bedeutung des Veranstaltungsortes, des ehemaligen Niederösterreichischen Landtages, als eine der Geburtsstätten der Bauernbefreiung in Österreich im Jahr 1848 hin. Wichtig für die Entwicklung der Marktchancen der Landwirtschaft in Zukunft sei ein Regelwerk für fairen Handel, betonte Schultes.

Fairer Handel müsse insbesondere durch das Regelwerk der Welthandelsorganisation WTO gewährleistet werden. Dazu trete die Landwirtschaft in Österreich mit den anderen Bevölkerungsgruppen in einen sozialen und politischen Dialog, um die Prinzipien des wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Handelns sowie der Nachhaltigkeit zu verankern. Die Positionierung von IFAP, die sich als eine der wichtigsten NGO's in den Verhandlungsprozess der laufenden Doha-Entwicklungsrunde der WTO einbringt, ist einer der politischen Schwerpunkte in den folgenden Beratungen im Exekutivausschuss von IFAP in Wien.

Schultes stellte fest, in seiner Heimat werde seit Jahrtausenden Landwirtschaft betrieben, dies sei nur möglich, weil diese auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Als gesetzliche Interessenvertretung ist die Landwirtschaftskammer in Niederösterreich schon seit 1922 etabliert. Die österreichische Landwirtschaft ist von kleinen Strukturen (durchschnittlich 18,7 ha pro Betrieb im Vergleich zu 41,2 ha in Deutschland oder 45,3 ha in Frankreich) und einem hohen Anteil von 59% der insgesamt knapp 190.000 Betriebe in benachteiligten Regionen sowie von 56% im Nebenerwerb geprägt. Das EU-Programm für die Ländliche Entwicklung spielt für Österreich und die ländlichen Regionen eine wichtige Rolle.

Seit dem EU-Beitritt Österreichs 1995 befindet sich die Landwirtschaft hierzulande in einer Umorientierung von ehedem abgeschotteten, hochgradig geregelten Märkten hin zu offenen Märkten. Nicht zuletzt dank des in Europa im Verhältnis zur landwirtschaftlichen Nutzfläche höchsten Anteils an Bio-Landwirtschaft ist der heimische Agrarsektor stark exportorientiert. Der Agrar-Außenhandel Österreichs nimmt zu und 2006 erreichte Österreich mit Agrarexporten im Wert von EUR 6,58 Mrd. bei einem Importwert von EUR 6,46 Mio. erstmals einen Überschuss in der Agrarhandelsbilanz von EUR 120 Mio. 1995 betrug das Defizit noch EUR 1,36 Mrd.

Die erfolgreichen Exportaktivitäten sowie neue Absatzmärkte für Agrarprodukte im Bereich Energie und Biokraftstoffe, speziell mit Ethanol, führten zuletzt zu einem Steigen der landwirtschaftlichen Produzentenpreise. Schultes zeigte sich angesichts dieser Entwicklung zuversichtlich, dass die österreichischen Landwirte auf den Märkten in weiterer Zukunft eher Aussichten hätten.
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