• 22.04.2007, 09:00:00
  • /
  • OTS0012 OTW0012

Neue spitzenmedizinische Versorgungseinrichtung

Burgstaller und Sperl: Kinderreha ist weiterer wichtiger Schritt im Kinderschwerpunkt der Salzburger Gesundheitspolitik

Salzburg (OTS) - In Österreich gibt es einen sehr großen Bedarf an
Kinderrehabilitation. Der größte Mangel herrscht im Bereich der
Akutneurorehabilitation. Mit der Errichtung eines Zentrums für
Akutneurorehabilitation bei Kindern und Jugendlichen wird eine
überregionale spitzenmedizinische Versorgungseinrichtung in Salzburg
geschaffen, so Primar Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sperl von der
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, unter dessen
Leitung das neue Zentrum stehen wird. Mit der Zustimmung des
Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger stehe
der Einrichtung des Zentrums nichts mehr im Wege. Die Initiative dazu
werde auch durch einen einstimmigen Landtagsbeschluss vom Herbst 2006
unterstützt. "Die Kinderreha ist nach dem Neubau der Kinderambulanz
mit Kosten von zwölf Millionen Euro und dem
18-Millionen-Euro-Großprojekt des Eltern-Babyzentrums ein weiterer
wichtiger Schritt im Kinderschwerpunkt der Salzburger
Gesundheitspolitik", betonte Gesundheitsreferentin Landeshauptfrau
Mag. Gabi Burgstaller heute, Sonntag, 22. April.

Konkret soll mit zehn Betten in Salzburg der gesamte Bedarf der
Versorgungszone Nord- und Westösterreich gedeckt werden. Derzeit
orientiert sich das Angebot in der Rehabilitation fast ausschließlich
an den erwachsenen Patient/innen.

Die Einrichtung behandelt eine Gruppe von schwer erkrankten
Kindern und Jugendlichen, vornehmlich mit akuten Schädigungen des
Gehirnes etwa nach Unfällen, intrazerebralen Blutungen oder Notfällen
mit Herz-Kreislauf-Beteiligung. Es kann aber auch zu schweren
entzündlichen Erkrankungen des Gehirns kommen, wie
Hirnhautentzündung, Enzephalitis aber auch neurologischen Problemen
bei Hirntumoren, erläuterte Primar Sperl. Eine Gruppe von Kindern,
die ebenfalls dringende Rehabilitationshilfe benötigen, sind Kinder
mit angeborenen Störungen der Gehirnentwicklung oder Patienten mit
schweren Stoffwechselstörungen und neurologischen Ausfällen. In jedem
einzelnen Fall ist die Beeinträchtigung des Gehirns ein bedrohlicher
Zustand für Kind und Familie, und eine optimale spitzenmedizinische
Versorgung im universitären Bereich ermöglicht eine optimale
Wiederherstellung der beeinträchtigten Nervenfunktionen sowohl vom
Gehirn als auch der peripheren Nerven.

Professionelle, frühzeitige Rehabilitation

Das Ausmaß der Wiederherstellung bzw. einer Behinderung sei in
hohem Maße von einer professionellen frühzeitigen Rehabilitation
abhängig, so Sperl: "Wird zum Beispiel ein Kind nach einem Autounfall
mit einer schweren Hirnverletzung an unsere Intensivstation gebracht,
so ist es für seine weitere Zukunft entscheidend, wie rasch und
intensiv eine Frührehabilitation einsetzen kann. Davon kann abhängen,
ob Lähmungen bleiben oder ein Kind einen weitgehend normalen
Lebensverlauf vor sich haben darf."

Für die Akutneurorehabilitation sind genaue Qualitätskriterien und
Standards einzuhalten, eine Zusammenarbeit und ein
Erfahrungsaustausch mit anderen spitzenmedizinischen Einrichtungen im
In- und Ausland ist wichtig. Bei der Akutrehabilitation arbeitet ein
multidisziplinäres Team, bestehend aus Physiotherapeuten,
Ergotherapeuten, Logopäden, Psychologen, Sozialarbeitern,
Neuropsychologen und auch spezialisierten Ärzten (Neuropädiatern) für
einen optimalen Outcome der Kinder.

Zweites Zentrum in Österreich

Derzeit ist in Österreich nur eine einzige Stelle in
Wien-Rosenhügel mit dieser Qualität eingerichtet. Mit der Einrichtung
in Salzburg wird ein eklatanter Mangel in der Versorgung von Kindern
und Jugendlichen behoben.

Das Wesentliche an der Einrichtung in Salzburg ist, dass vernetzt
die Ressourcen des Kinderzentrums und das multidisziplinäre Know-how
verwendet werden können, betonte Primar Sperl, etwa die eigene
Neuropädiatrie mit vielen Berufsgruppen, Logopädie, Ergotherapie,
Physiotherapie und die elektrophysiologischen
Untersuchungsmöglichkeiten, Intensivstation und Kinderchirurgie
inklusive Kindertraumatologie. Die Patienten können so direkt nach
der Erstversorgung in der Kinderchirurgie einer weiterführenden
Rehabilitation zugeführt werden. Weiters ist auch eine Zusammenarbeit
mit dem Institut für physikalische Medizin vorgesehen.

Auch Franz Bittner, Vorsitzender der Trägerkonferenz des
Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger, der
sich im Hauptverband für das Salzburger Projekt eingesetzt hat, sieht
nur Vorteile: "Die Salzburger Initiative ist ein bundesweit wichtiges
Signal: Salzburger Engagement und Initiative auf fachlicher und
politischer Ebene ermöglichen jetzt eine überregional bedeutende
Erweiterung des Gesundheitsangebotes."

Rückfragehinweis:
Landespressebüro Salzburg
Dr. Roland Floimair
Tel.: (0662) 80 42 / 23 65
mailto:landespressebuero@salzburg.gv.at
http://www.salzburg.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | SBG

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel