Körner-Fonds 2: 100.000 Euro für junge ForscherInnen

Starthilfe für 45 zukunftsweisende wissenschaftliche und künstlerische Arbeiten - zusätzlich zwei Spezialpreise der Stadt Wien

Wien (OTS) - Forschung an Grundlagen für neue Therapieansätze gegen besonders aggressive Hirntumore, die Untersuchung der Auswirkungen atypischer Beschäftigung auf die Lebenskonzepte der Betroffenen - oder ein Fotoprojekt zur Dokumentation typischer Industriebetriebe der österreichischen Bundesländer: Das sind drei Beispiele für die Arbeiten von insgesamt 45 jungen WissenschafterInnen und KünstlerInnen, an die heuer der Theodor-Körner-Fonds jeweils zwischen 1.500 und 3.000 Euro Starthilfe vergibt. Die Förderung ermöglicht, dass die PreisträgerInnen ihre Arbeit fortsetzen können. Die Preise verlieh AK Präsident Herbert Tumpel an der Universität Wien. Zusätzlich vergab die Stadt Wien erstmals zwei Spezialpreise.

Der Genetiker und Mikrobiologe Dietmar Payrhuber bekommt beispielsweise im Bereich Medizin, Naturwissenschaften und Technik Förderung für Forschungsarbeiten an Grundlagen für mögliche neue Therapieansätze gegen besonders aggressive Hirntumore. Er überprüft, wie die Untervorsorgung mit Sauerstoff, die bei den meisten größeren Tumoren vorliegt, die Aktivität der Telomerase, eines Enzyms, beeinflusst und damit den natürlichen Zelltod verhindert. Der technische Mathematiker Rudolf Stoffner arbeitet an der Innsbrucker Universitätsklinik für Radiodiagnostik an der Verbesserung der Planung von Eingriffen in den Körper, bei denen wie etwa bei Biopsien mittels Vorschub von Nadeln gearbeitet wird. Dabei ist es wichtig, die Nadeln exakt zu platzieren. Ziel des Projektes: Die Positionierungsprobleme bei derartigten Eingriffen sollen Computer-unterstützt gelöst, das Risiko unbeabsichtiger Verletzungen im Körper verringert werden.

Die Soziologin Claudia Schwarz wird etwa im Bereich Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften für ihre Untersuchung der Auswirkungen atypischer Beschäftigung auf die betroffenen ArbeitnehmerInnen gefördert. Ihr Ziel ist es, die Folgen von Leiharbeit, Teilzeitbeschäftigung, geringfügiger Beschäftigung und Arbeit auf Werkvertrag oder freiem Dienstvertrag auf die Lebenssituation und die Zukunftsvorstellungen verschiedener Generationsgruppen zu erforschen - zum Beispiel, inwiefern sich bei der jungen Generation atypisch Beschäftigter die berufliche Unsicherheit etwa auf die Familiengründung auswirkt. Die Politikwissenschafterin Beatrix Beneder untersucht das Handy als Werkzeug des Selbstmanagements für ArbeitnehmerInnen, um vor dem Hintergrund erhöhter Flexibilitätsanforderungen die Balance zwischen Arbeit und Leben aufrechtzuerhalten.

Im Bereich Geistes- und Kulturwissenschaften wird etwa der Politkwissenschafter Rudolf Werneth gefördert. Er erforscht die Schriften des englischen Aufklärers Thomas Paine, um Paines Auffassungen von Demokratie, politischer Bildung und Sozialstaat als noch heute wichtige Beiträge für das Politikverständnis zu präsentieren. Der Historiker Herwig Czech untersucht, ob und wie stark im Wien der Zwischenkriegszeit bereits eugenisches und rassenhygienisches Denken im Bereich der universitären Medizin und des Gesundheits- und Wohlfahrtswesens verankert waren. Die Sprachwissenschafterin Teresa Schweiger, Mitarbeiterin der Universität Salzburg, dokumentiert und analysiert erstmals die noch vorhandenen Reste gesprochener jiddischer Sprache und Kultur in Wien.

Förderungspreise im Bereich Kunst gehen neben anderen an Julia Novak (Forschungsarbeit über britische "Poetry Performance", die Renaissance des Gedichts nicht auf dem Papier, sondern vor dem Mikrofon), Carla Bobadilla ("Industrie Fotographie 2007", eine Dokumentation von Industriebetrieben in den Bundesländern, die jeweils typisch sind), Misha Stroy ("Die Gesellschaft", eine Installation) und Elia Marios Joannou ("Neue Komposition für ein großes Ensemble mit Volksinstrumenten).

Die Stadt Wien vergibt heuer im Rahmen des Theodor-Körner-Fonds erstmals zwei Spezialpreise. Gefördert werden die Meeresbiologin Julia Zekely für die Erforschung von Meiobenthos, das sind unter einem Millimeter kleine Tieren rund um die Hydrothermalquellen in der Tiefsee, und Claudia Czimek für ihr Kunst-Projekt "Laboratoire Nomade", bei dem Wohnwägen und Wohnmobile auf dem Weg von Barcelona nach Linz zu fahrenden Ausstellungsräumen werden.

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