Greenpeace fordert umfassende CO2-Steuer

Auch Industrie, E-Wirtschaft und Lkw-Verkehr sind einzubinden

Wien (OTS) - Nachdem innerhalb der ÖVP gerade eine CO2-bezogene Autoankaufs- bzw. -besitzbesteuerung diskutiert wird, fordert Greenpeace eine deutlich weiter gehende CO2-Steuer. Denn die CO2-Bilanz Österreichs schreit förmlich nach einer umfassenden CO2-Besteuerung, die Industrie und E-Wirtschaft ebenso mit einem einheitlichen Preis für die Tonne CO2 einbindet wie Haushalte und Lkw-Verkehr.

Das Greenpeace-Modell beruft sich also nicht nur auf den Sektor CO2-Emissionen aus dem Pkw-Bereich (derzeit rund fünfzehn Millionen Tonnen CO2 inkl. Tanktourismus), sondern auf die gesamte Volkswirtschaft (mit rund achtzig Millionen Tonnen CO2).

Der zweite wesentliche Unterschied zum ÖVP-Vorschlag besteht darin, dass der Verbrauch und somit die Verbrennung fossiler Treib-und Heizstoffe besteuert wird, und nicht allein der Ankauf von Maschinen. Nur durch eine höhere Besteuerung beim Verbrauch können Autofahrer angehalten werden, auf öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrräder umzusteigen, sparsamer zu fahren (Stichwort "Ecodriving") oder Fahrgemeinschaften zu bilden. Mit dem Anreiz zum Kauf eines CO2-ärmeren Fahrzeuges kann dagegen nur ein kleiner Teil dieser möglichen Einsparungen erzielt werden.

Abgesehen davon würde eine verbrauchsorientierte CO2-Besteuerung die Autofahrer ohnedies veranlassen, auf verbrauchs- und somit CO2-ärmere Fahrzeuge umzusteigen. "Verstärken könnte man diesen Effekt noch, indem man die Einnahmen aus einer CO2-Steuer den Autofahrern zum Ankauf von Hybrid-, Elektro- oder Drei-Liter-Autos bzw. der Subventionierung von Fahrscheinen für öffentliche Verkehrsmittel zu Gute kommen ließe", betont Greenpeace-Sprecher Erwin Mayer den Unterschied zur fehlenden Zweckwidmung bei der jüngsten Mineralölsteuer-Erhöhung der Bundesregierung. Dabei wurden nämlich im Klimaschutzfonds keine zusätzlichen Förderungen für kurzfristig wirksame Maßnahmen vorgesehen.

"Die Akzeptanz einer solchen umfassenden CO2-Steuer ist bei der Bevölkerung mit Gewissheit höher, wenn alle Sektoren - also auch die VOEST, die OMV und die E-Wirtschaft - den gleichen Preis für eine Tonne CO2 zahlen, und diese größten Emittenten des Landes nicht weiterhin von jeder CO2-Besteuerung ausgenommen werden", ist Greenpeace-Experte Mayer überzeugt.

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Mag. Erwin Mayer, Greenpeace CEE
Tel.: 0664-2700441

Attila Cerman, Greenpeace CEE
Tel.: 0664-3435354

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