Jüdisches Museum Wien trauert um Otto Natzler

Der 1938 aus Wien vertriebene Keramikkünstler ist 99-jährig in Los Angeles gestorben

Wien (OTS) - Ein bedeutender Keramiker des 20. Jahrhunderts mit Wiener Wurzeln ist tot - Otto Natzler. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der Künstler bereits am 7. April in Los Angeles 99-jährig einem Krebsleiden erlegen. Das Jüdische Museum Wien hat eine besondere Beziehung zu Otto Natzler: 1994 widmete das Museum und Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum der Stadt Wien (heute: Wien Museum) und dem American Craft Museum in New York dem Künstlerpaar unter dem Titel "Natzler Keramiken" eine viel beachtete erste Personale in Österreich.

Die Biografie von Otto Natzler und seiner Frau Gertrude ist typisch für das Schicksal zahlreicher Künstler jüdische Herkunft, die in den 1930er-Jahren am Beginn ihrer Karriere standen und nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr den Weg zurück nach Österreich fanden:
Gertrude und Otto Natzler verließen gleich nach der Okkupation Österreichs durch Nazideutschland 1938 ihre Heimatstadt Wien: Sie hatten kurz zuvor für ihre Arbeiten als Vertreter österreichischen Kunsthandwerks auf der Pariser Weltausstellung 1937 eine Silbermedaille gewonnen, und eine Personale in der Galerie Würthle markierte einen viel versprechenden Start. Ihre jüdische Herkunft zwang sie jedoch zur Emigration in die USA, wo sie bereits kurz nach der Ankunft erfolgreich waren: 1939 errangen sie den ersten Preis bei einer Keramikausstellung in Syracuse, New York, und 1940 wurden ihre Arbeiten im New Yorker Metropolitan Museum of Art ausgestellt. Zahlreiche weitere Ausstellungen in den USA folgten. Nach dem Tod seiner Frau Gertrude im Jahre 1971 setzte Otto Natzler sein künstlerisches Schaffen fort, das in mehreren Personalen weltweit präsentiert wurde. Eine umfangreiche Retrospektive des American Craft Museums in New York im Jahre 1993 gab schließlich den letzten Anstoß für eine seit Jahren geplante Würdigung Werks von Otto und Gertrude Natzler in Wien im Jüdischen Museum: Sie umfasste 85 Arbeiten aus einem mehrere tausend Objekte umfassenden Oeuvre, biographisches Dokumentationsmaterial und Videos. (Schluss) sta

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