Wiener Polizeigewerkschaft schlägt Alarm: Ausbildungschaos

Nur "SpitzensportlerInnen" für den Chargenkurs zugelassen

Wien (PG/ÖGB) - Wer bei der Wiener Polizei Wachkommandant werden will muss wahre sportliche Spitzenleistungen vollbringen. Das zeigte sich jedenfalls bei dem kürzlich vorgenommenen Aufnahmetest zum "Grundausbildungslehrgang E2a". Dieser Lehrgang ist Grundvoraussetzung um Wachkommandant zu werden. Der stellvertretende Vorsitzende des Fachausschusses der Personalvertretung der Wiener Polizei, Josef Sbrizzai, kritisiert, dass dabei die "sportliche Leistung mehr gezählt hat als das fachliche Wissen".++++

Dass PolizistInnen bei der Ausübung ihres Dienstes körperlich fit sein müssen ist selbstverständlich. Aber das alleine könne es nicht sein. Beim Auswahlverfahren für die Grundausbildung zum Wachkommandanten wurde allerdings kürzlich auf die sportliche Olympiareife mehr wert gelegt als auf das fachliche Können. Das Ergebnis führt nun zu einem Ausbildungschaos. Sbrizzai: "KollegInnen mit ausgezeichnetem Fachwissen finden sich plötzlich am Ende der Ergebnisliste und werden nicht zur Grundausbildung zugelassen. Umgekehrt finden sich sehr sportliche KollgInnen plötzlich in der Grundausbildung."

Voraussichtlich werden 80 PolizistInnen zur Grundausbildung zugelassen. Darunter finden sich zahlreiche "Spitzensportler". Beispielsweise konnte sich Bewerber, der nach dem Fachtest knapp unter die ersten 200 gekommen ist, durch seine sportliche Leistung unter die ersten 25 katapultieren. Er war allerdings keine Ausnahme. Sbrizzai: "Ich will körperliche Spitzenleistungen nicht diskriminieren, aber Fachwissen hat einfach eine höhere Bewertung verdient. Viele KollegInnen sind verständlicherweise verärgert. Jedenfalls trägt dieses stümperhafte Vorgehen des verantwortlichen Innenministeriums nicht zur Verbesserung des Ansehens der Polizei bei."(ff)

ÖGB, 20. April 2007 Nr. 258

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