Bures: Frauenpolitik muss in allen Politikfeldern Niederschlag finden

Bures will Maßnahmen für mehr Frauen in Spitzenpositionen setzen

Wien (SK) - "Frauenpolitik muss in allen Politikfeldern Berücksichtigung finden", betonte Frauenministerin Doris Bures am Donnerstag im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung im Zigarrenklub. Deshalb habe das Frauenministerium Koordinierungsfunktion, denn "Frauenpolitik ist auch Beschäftigungspolitik, Bildungspolitik und Sozialpolitik". "Unser Ziel muss es sein, die Situation von Frauen in allen Lebensbereichen zu verbessern", so Bures weiter. Derzeit gebe es so viele Frauen wie noch nie in der Regierung, dies sei zwar noch kein Programm, jedoch ein guter Anfang etwas zu verändern. Vor allem im Bereich der Beschäftigung von Frauen brauche es "ein Bündel von Maßnahmen", erläuterte Bures. In der Diskussion kam die Situation von Frauen in Spitzenpositionen genauso zur Sprache, wie jene Probleme, die Frauen mit niedrigen Einkommen haben.****

Auf die Frage, was sie, Bures, bezüglich mehr Frauen als Professorinnen oder Rektorinnen an den Universitäten zu unternehmen gedenke, erklärte die Frauenministerin, dass 2010 40 Prozent aller Universitätsprofessoren in den Ruhestand eintreten würden. Diese Chance könne man nutzen, um mehr Frauen in den Universitätsdienst zu bringen. Zwar habe in den letzten Jahren eine "Bildungsrevolution" stattgefunden, mehr Frauen als Männer würden maturieren und an den Hochschulen habe man ein ausgewogenes Verhältnis an Abschlüssen, jedoch würden viele Frauen dann an die gläserne Decke stoßen. Wissenschaftsminister Hahn habe sich ebenfalls zu mehr Frauen im Universitätsdienst bekannt, sie nehme ihn beim Wort, dass auch er alles daran setzen werde, die Situation zu verbessern.

Handlungsbedarf gebe es ebenfalls im Öffentlichen Dienst, erklärte Bures. "Ich werde alles ausnutzen, um Frauen in Spitzenpositionen zu bringen", versprach die Frauenministerin. Hier gebe es vor allem die Möglichkeit, die Bewertungskommission verpflichtend mit zumindest einer Frau zu besetzen. Überdies sei sie heute mit einer Gesetzesänderung in Begutachtung gegangen, die für mehr Transparenz bei den Ausschreibungen sorgen soll.

Ein weiteres Problem, das vor allem Frauen betreffe, sei die rapide Zunahme an Teilzeitarbeitsplätzen, so Bures. Zwischen 1995 und 2005 sei die Anzahl an Vollzeitarbeitsplätzen gesunken, immer mehr Frauen würden ein Einkommen beziehen, von dem man nicht leben könne. Den größten Erfolg, um Frauen wieder in die Vollzeitbeschäftigung zu holen, erwarte sie sich vom Ausbau der Kinderbetreuungsplätze. Man müsse endlich begreifen, dass der Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen auch gesamtwirtschaftliche Vorteile bringe. Mit besserer Kinderbetreuung müsse man nicht auf die Leistungen und Fähigkeiten der Frauen am Arbeitsmarkt verzichten und auch das Sozialsystem würde von einer höheren Frauenbeschäftigung profitieren.

Bures für Wiedereinführung des Frauenberichtes bis 2010

Eine weitere Maßnahme, die sie als Frauenministerin setzen wolle sei die Wiedereinführung eines Frauenberichtes. Bis 2010 soll der erste Bericht fertig gestellt sein, ein wichtiger Schritt, um wieder fundiertes Datenmaterial über die Lebenssituation von Frauen zur Verfügung zu haben und um zu verhindern "dass die Realität verleugnet wird". Überdies wolle sie dafür sorgen, dass das nächste Budget zumindest in Teilbereichen gegendert werde. Man habe bereits eine parlamentarische Enquete zum Thema abgehalten und sie werde einen Genderbudgeting-Leitfaden herausgeben. (Schluss) sw

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