ÖBB schon bald mit digitalem Zugfunk

GSM-R ersetzt mindestens 20 analoge Funksysteme und Funkanwendungen - 40 Mio. Euro Invest

Wien (OTS) - (Wien, 17. April 2007) - Die ÖBB rüsten ihr Zugfunksystem auf den europäischen Standard GSM-R auf. Der Ausbau auf der 80 Kilometer langen Pilotstrecke Wels-Passau soll bereits Ende des Jahres fertiggestellt sein. Danach folgen die großen Korridorverkehre und sukkzessive der Ausbau entlang der Hauptrouten. Die Umsetzung erfolgt gemeinsam mit der Firma Kapsch CarrierCom, die bei einer öffentlichen Ausschreibung als Bestbieter hervorgegangen war. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf rund 40 Mio. Euro für ca. 3.500 Streckenkilometer.

Notwendiger technologischer Fortschritt
Gilbert Trattner, Vorstand der für den Telekom-Bereich zuständigen ÖBB-Infrastruktur Bau AG bezeichnet die Systemumstellung als "notwendigen technologischen Fortschritt." Viele der derzeit bei den ÖBB betriebenen analogen Funksysteme seien am Ende ihres Lebenszyklus angelangt. Einheitliche Funk-Standards gewinnen auch im grenzüberschreitenden Bahnverkehr - Stichwort: Interoperabilität -zunehmend an Bedeutung. Während der Aufbauphase des neuen Netzes werden alle bestehenden Systeme parallel weiterbetrieben.

Verkehrsbeschleunigung dank GSM-R
Das Europäische System zur Steuerung des Eisenbahnverkehrs (ERTMS -European Railway Traffic Management System) basiert auf dem Zugsteuerungssystem ETCS (European Train Control System) und dem Übertragungsmedium GSM-R. Durch den Einsatz dieser Technologien können Züge in wesentlich dichterem Abstand dieselben Strecken befahren, wodurch sich auch die Reisedauer reduziert. Geplante Fahrzeiten Wien-Salzburg in 2 Stunden 15 oder Wien-Innsbruck in rund vier Stunden wären ohne den Einsatz von GSM-R neben anderen infrastrukturellen Maßnahmen nicht realisierbar; oder zumindest nicht ohne erhebliche Beeinträchtigungen des Regionalverkehrs.

Vielfältiger Einsatz
Durch den Einsatz von GSM-R lassen sich viele Anwendungen über ein technisches System abwickeln. So zum Beispiel Fahrkartenverkauf und Platzreservierung im Zug, "Freight Tracking" oder elektronische Fahrgastinformation. Der Technologiesprung ist aber vor allem für die betriebliche Kommunikation der Zukunft zwingend erforderlich und trägt maßgeblich zur Erhöhung der Sicherheit im Eisenbahnbetrieb bei. Durch den Einsatz international spezifizierter Endgeräte und der Verbindung der europäischen GSM-R-Netze ist für internationale Züge grenzüberschreitende Kommunikation mit demselben Equipment möglich.

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