Klimawandel und Tourismus: "Auf absehbare Veränderungen gut vorbereiten!"

Klimaforscher Formayer: "Angesagte Katastrophen finden nicht statt, oder?" - Positive Effekte für Sommertourismus erwartet

Wien (St. Anton-PWK275) - Der ungewöhnliche Winter 2006/07 und die vor wenigen Tagen erschienenen Klimaberichte des Weltklimarates (IPCC) haben den Klimawandel und seine vermutlichen Auswirkungen zu einem der Top-Themen der vergangenen Wochen gemacht. Die möglichen Folgen für den Wintertourismus wurden intensiv diskutiert. Gerade beim Wintertourismus seien verallgemeinernde Aussagen jedoch nicht wirklich zu treffen, da neben der Seehöhe von Skigebieten auch deren regionale und topografische Situation die Effekte des Klimawandels modifiziert, erklärte Herbert Formayer, Klimaforscher an der Universität für Bodenkultur und Mitautor des Buches "Schwarzbuch Klimawandel" am Montag Vormittag im Rahmen eines Journalisten-Seminars der WKÖ-Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in St. Anton am Arlberg.

In welchen Gebieten in Zukunft verstärkt mit Problemen zu rechnen ist und welche Regionen zu den "Gewinnern" oder "Verlierern" zählen werden, sei jedoch bereits anhand der Situation des abgelaufenen Winters zu erkennen, führte Formayer weiter aus. Auch habe diese Saison gezeigt, dass die künstliche Beschneiung nicht immer und überall als "Problemlöser" eingesetzt werden kann.

Wie sich der Klimawandel in den kommenden Jahren und Jahrzehnten auf den Wintertourismus auswirken werde, und welche Faktoren letztlich für die "Verletzlichkeit" eines Skigebietes ausschlaggebend sind, wurde anhand von Beispielen in derzeit laufenden Forschungsprojekten erarbeitet. Neben den auf der Hand liegenden Auswirkungen des Klimawandels auf den Wintertourismus dürfen jedoch, so der Wissenschaftler, die anderen Segmente des heimischen Tourismus, wie "Alpintourismus", Seentourismus" oder "Städtetourismus", nicht übersehen werden. Jeder dieser Bereiche habe "seine eigene Sensitivität gegenüber dem Klimawandel". Gerade bei den im Sommer relevanten Segmenten könne teilweise sogar mit positiven Effekten durch den Klimawandel gerechnet werden.

"Gemeinsames Ziel kann nicht die trügerische Hoffnung sein, dass angesagte Katastrophen nicht stattfinden, sondern dass man sich so gut wie möglich auf absehbare Veränderungen vorbereitet, um katastrophale Auswirkungen zu vermeiden und neue Chancen optimal nützen zu können", schloss Formayer. (hp)

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