• 17.04.2007, 09:50:43
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Tourismus: Schaffung von "Modellregionen" als neuer Lösungsansatz

Zellmann: "Der kleinsturkturierten Tourismuswirtschaft muss anders geholfen werden als bisher" - WKÖ-Tourismusseminar in St. Anton

Wien (/St. Anton PWK273) - Die Bedeutung des Tourismus für die
österreichische Wirtschaft wird deutlich unterschätzt. Durch die
bekannten Probleme (Klimawandel, Verkehr, Umwelt) sind indirekt mehr
Arbeitsplätze (mit)betroffen als allgemein angenommen. Wie in keinem
anderen Wirtschaftsbereich kommen hier sehr viele Interessen
zusammen. Es gilt daher: "Der Tourismus geht uns alle an", erklärte
der Leiter des Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung, Prof.
Peter Zellmann, im Rahmen eines Journalistenseminars der
WKÖ-Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in St. Anton am
Arlberg.

Ohne Schnee kein Wintersport, ohne Wintersport kein
Wintertourismus und ohne Wintersaison komme auch der Sommertourismus
mit in Schwierigkeiten, da die meisten Betriebe auf zwei Saisonen
angewiesen sind. Der kleinstrukturierten Tourismuswirtschaft müsse
daher auf anderen Wegen geholfen werden, als dies bisher der Fall
war, führte Zellmann aus.

Konkret regt der Tourismusforscher die Bildung von
"Modellregionen" an, die eine Größe von jeweils rund drei Millionen
Nächtigungen und ca. 30.000 Gästebetten haben sollten. Moderiert
werden sollte ein solcher Kooperationsprozess durch wöchentliche
Meetings aller Beteiligten sowie eine entsprechende Medienbegleitung
("Berichte aus der Modellregion"). Ein solcher, auf zwei Jahre
anberaumter Prozess werde, so Zellmann weiter, auf viele aktuelle
Fragen der Gesellschaft stoßen, von der Ladenöffnung über
Saisonarbeit, Verkehr und Umwelt bis zu Vereinbarkeit von Beruf und
Familie, Kinderbetreuung und Schulorganisation. Die Schaffung einer
Modellregion sei ein klassisches Projekt für die Sozialpartnerschaft,
die Sozialpartner werden zur Mitarbeit eingeladen.

Die regionsbezogen agierende Modellregion sei der richtige Weg, um
die anstehenden Probleme (Beschneiung, grundsätzliche
Neupositionierung des Tourismus, etc) zu lösen. "Die Modellregion ist
die vernünftige Alternative zu scheinbar kollektiv verordnetem
Schönreden auf der einen und Panikmache auf der anderen Seite", sagte
Zellmann. Funktionieren werde ein solches Konzept, wenn es aus der
Parteipolitik herausgehalten und gemeinsam angelegt werden kann, wenn
es gelingt, die Sozialpartner gemeinsam dafür zu interessieren und
die bisherigen Mittel für Analysen und Studien für zwei Jahre ganz
dem Projekt "Modellregion" gewidmet werden. Das Ergebnis des
Modellversuches sei für alle Regionen verwertbar, weil es die Methode
aufzeigt, wie regionsbezogen erfolgreich vorgegangen werden kann.

Österreich habe Platz für bis zu 40 derartiger Modelle. Das
"Salzkammergut" würde sich, da mehrere Länder beteiligt sind,
besonders gut als Pilotprojekt eignen. Konsequent durchgezogen, könne
die Idee den österreichischen Tourismus in fünf Jahren grundlegend
positiv verändern, fasste Zellmann zusammen. (hp)

Rückfragehinweis:

Wirtschaftskammer Österreich
   Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft
   Mag. Rainer Ribing
   Tel.: (++43) 0590 900-3567
   mailto:rainer.ribing@wko.at
   http://wko.at/bstf

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