Tourismus: Schaffung von "Modellregionen" als neuer Lösungsansatz

Zellmann: "Der kleinsturkturierten Tourismuswirtschaft muss anders geholfen werden als bisher" - WKÖ-Tourismusseminar in St. Anton

Wien (/St. Anton PWK273) - Die Bedeutung des Tourismus für die österreichische Wirtschaft wird deutlich unterschätzt. Durch die bekannten Probleme (Klimawandel, Verkehr, Umwelt) sind indirekt mehr Arbeitsplätze (mit)betroffen als allgemein angenommen. Wie in keinem anderen Wirtschaftsbereich kommen hier sehr viele Interessen zusammen. Es gilt daher: "Der Tourismus geht uns alle an", erklärte der Leiter des Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung, Prof. Peter Zellmann, im Rahmen eines Journalistenseminars der WKÖ-Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in St. Anton am Arlberg.

Ohne Schnee kein Wintersport, ohne Wintersport kein Wintertourismus und ohne Wintersaison komme auch der Sommertourismus mit in Schwierigkeiten, da die meisten Betriebe auf zwei Saisonen angewiesen sind. Der kleinstrukturierten Tourismuswirtschaft müsse daher auf anderen Wegen geholfen werden, als dies bisher der Fall war, führte Zellmann aus.

Konkret regt der Tourismusforscher die Bildung von "Modellregionen" an, die eine Größe von jeweils rund drei Millionen Nächtigungen und ca. 30.000 Gästebetten haben sollten. Moderiert werden sollte ein solcher Kooperationsprozess durch wöchentliche Meetings aller Beteiligten sowie eine entsprechende Medienbegleitung ("Berichte aus der Modellregion"). Ein solcher, auf zwei Jahre anberaumter Prozess werde, so Zellmann weiter, auf viele aktuelle Fragen der Gesellschaft stoßen, von der Ladenöffnung über Saisonarbeit, Verkehr und Umwelt bis zu Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Kinderbetreuung und Schulorganisation. Die Schaffung einer Modellregion sei ein klassisches Projekt für die Sozialpartnerschaft, die Sozialpartner werden zur Mitarbeit eingeladen.

Die regionsbezogen agierende Modellregion sei der richtige Weg, um die anstehenden Probleme (Beschneiung, grundsätzliche Neupositionierung des Tourismus, etc) zu lösen. "Die Modellregion ist die vernünftige Alternative zu scheinbar kollektiv verordnetem Schönreden auf der einen und Panikmache auf der anderen Seite", sagte Zellmann. Funktionieren werde ein solches Konzept, wenn es aus der Parteipolitik herausgehalten und gemeinsam angelegt werden kann, wenn es gelingt, die Sozialpartner gemeinsam dafür zu interessieren und die bisherigen Mittel für Analysen und Studien für zwei Jahre ganz dem Projekt "Modellregion" gewidmet werden. Das Ergebnis des Modellversuches sei für alle Regionen verwertbar, weil es die Methode aufzeigt, wie regionsbezogen erfolgreich vorgegangen werden kann.

Österreich habe Platz für bis zu 40 derartiger Modelle. Das "Salzkammergut" würde sich, da mehrere Länder beteiligt sind, besonders gut als Pilotprojekt eignen. Konsequent durchgezogen, könne die Idee den österreichischen Tourismus in fünf Jahren grundlegend positiv verändern, fasste Zellmann zusammen. (hp)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft
Mag. Rainer Ribing
Tel.: (++43) 0590 900-3567
rainer.ribing@wko.at
http://wko.at/bstf

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0003