"KURIER"-Kommentar von Christoph Kotanko: "Spiel der Illusionen"

Ausstieg beim Eurofighter? Oder Neuwahlen? Beides ist wenig wahrscheinlich.

Wien (OTS) - Öffentliche Aufwallungen gehören zur Politik. Beim Eurofighter könnte man freilich meinen, die Politik bestehe nur mehr aus Aufgeregtheiten.
Ja, der windige Deal gehört gründlich untersucht. Die bisherigen Ergebnisse lassen vermuten, dass es (wie bei fast jedem größeren Waffengeschäft) Unterschleif gab. Die Beschwichtigungsrituale der ÖVP überzeugen niemanden. Das BZÖ steht am Abgrund, bald könnte es einen Schritt weiter sein. Die SPÖ ist getrieben von Gusenbauers Wahlversprechen ("kein Eurofighter"). Die Sozialdemokraten waren auf der Gewinnerseite - bis ruchbar wurde, dass Rapid mit dem "roten" Präsidenten Edlinger auch einen Schmattes bekommen hat.
Lange kam aus der SPÖ ein suggestiver Sound: Der Vertragsausstieg sei wegen des Schmiergeldverdachts machbar; wenn die ÖVP nicht mitziehe, könne es Neuwahlen geben. Inzwischen ist den meisten klar, dass eine (theoretisch mögliche) Auflösung des Vertrages ein großes Prozess-Risiko hätte. Und Neuwahlen will keiner. Daher wird es, nach heutigem Wissensstand, wohl eine Preisreduktion geben - aber kein Storno. Alles andere sind Illusionen, Leerformeln, die nur von den größeren Herausforderungen der Republik ablenken.

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