Pröll: Verkehrssektor ist zentrales Problemkind und Klimakiller Nr. 1

Verkehr wird zur Schlüsselfrage bei Lösung der Klima-Herausforderung – Appell an Konsumenten

Wien, 16. April 2007 (ÖVP-PD) „Der Verkehrssektor ist das zentrale Problemkind und der Klimakiller Nummer 1“, so Umweltminister DI Josef Pröll beim „Klimaschutz-Umsetzungsgipfel“ in der Wiener Hofburg. Die Trends in diesem Bereich seien „beängstigend“: Seit 1990 gibt es bei den Verkehrsemissionen einen Zuwachs um 92 Prozent, das Volumen beim Lkw-Transit hat sich seit 1994 von 18,9 Millionen Tonnen auf 43,1 Millionen Tonnen mehr als verdoppelt. „Der Verkehr wird - inklusive des Tanktourismus – auf Grund fiskalischer Maßnahmen auf österreichischer als auch europäischer Ebene zur Schlüsselfrage in der Lösung der Klima-Herausforderung.“ Weitere zentrale Sektoren sind die Industrie sowie die Raumwärme und der Kleinverbrauch. ****

„Wir haben mit der Klimaschutzstrategie mehr als 110 konkrete Maßnahmen auf den Tisch gelegt“, fuhr Pröll fort. U.a. solle der Tanktourismus zurückgedrängt werden. Er verwies auch auf den Klima-und Energiefonds, der letzte Woche in Begutachtung geschickt wurde. „Dieser mit 500 Millionen Euro dotierte Fonds ist in ganz Europa einzigartig“, so Pröll. „Das ist ein Impuls für den Klimaschutz, wie wir ihn bis dato nicht hatten.“ Weiters sprach Pröll den Bereich ökologische Beschaffung an. „Der Bund und die Gebietskörperschaften haben eine öffentliche Beispielwirkung und wir können damit viel bewegen“, betonte der Umweltminister. „Das ist eine Herausforderung, der wir uns stellen und dazu werden wir auch bei allen relevanten Vorhaben einen Klima-Check einführen.“

Bei den Emissionen gemessen an der Wirtschaftsleistung liegt Österreich im Spitzenfeld und gehört in der EU zu den effizientesten Ländern. „Die Forcierung erneuerbarer Energie ist ein Schlüssel für die Zukunft. Österreich ist mit einem Anteil von 21 Prozent an vierter Stelle der Europäischen Union“, sagte Pröll. „Wir haben viele konkrete Maßnahmen in die Wege geleitet und liegen in vielen Umweltbilanzen im europäischen Spitzenfeld – aber es reicht noch nicht. Wir müssen die Anstrengungen noch deutlich erhöhen“, bekräftigte Pröll. Er sprach unter anderem das Ökostromgesetz an. „Wir müssen das Ökostromgesetz aus meiner Sicht evaluieren und überlegen, wie wir es zukunftsfähig als Beitrag zum Klimaschutz entwickeln können.“

„Der Klimawandel ist eine ernsthafte globale Bedrohung“, so Pröll. Als Landwirtschaftsminister betonte er weiters, dass wenige Sektoren in diesem Ausmaß betroffen sein würden wie die Landwirtschaft. Gleichzeitig werde die Landwirtschaft aber auch ein zentraler Lösungsbeitrag – Stichwort alternative Energien - für die Zukunft sein müssen. „Die Vorteile von frühen und überzeugten Handeln überwiegen bei weitem die ökonomischen Kosten des Nicht-Handelns“, so Pröll. Aus Studien geht hervor, dass gerade Binnenländer wie Österreich mit schwieriger Topografie ganz besonders vom Klimawandel betroffen sein werden. „Uns drohen Kosten von bis zu zehn Milliarden Euro pro Jahr durch Schäden in Folge des Klimawandels“, warnte Pröll.

Abschließend appellierte Pröll auch an die Konsumentinnen und Konsumenten: „Sie haben jeden Tag die Wahl. Sie stimmen mit ihrem Mobilitätsverhalten, ihrem Griff ins Regal zur heimischen Ware jeden Tag darüber ab, wie es mit dem Klimawandel weitergeht. Das eigene Konsumentenverhalten darf nicht unterschätzt werden.“

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