Adolf Frohner-Ausstellung in Hollabrunn eröffnet

Pröll: Haben neuen Zugang zu künstlerischem Schaffen gefunden

St. Pölten (OTS) - Gestern Abend, Freitag, 13. April, nahm Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll in Hollabrunn die Eröffnung der Ausstellung "grenzART zeigt Frohner" vor, bei der frühe und grafische sowie noch nie zuvor gezeigte Werke des österreichischen Malers Adolf Frohner zu sehen sind. Die Initiative zur Abhaltung dieser Ausstellung, die bis 5. Mai besucht werden kann, ging vom Verein "grenzART" aus, dessen Anliegen darin besteht, der Öffentlichkeit hochwertige Kunst im regionalen Bereich zugänglich zu machen.

In seiner Rede dankte Pröll dem Verein "grenzART", der als Privatinitiative "ein zusätzliches Signal der kulturellen Aktivität und Buntheit in der Region gesetzt" habe, für dessen Engagement und für die Organisation dieser Ausstellung. "Wir haben in Niederösterreich einen neuen Zugang zu künstlerischem Schaffen gefunden, der unser Land noch weit bringen wird", betonte Pröll. Seine Beziehung zu Adolf Frohner, der "mit Leib und Seele bekennender Niederösterreicher" gewesen sei, bezeichnete der Landeshauptmann als von gegenseitiger Wertschätzung und Respekt getragen. Der Weg, den Niederösterreich in kulturpolitischer Hinsicht gehe, indem man gemeinsam mit großen KünstlerInnen der Gegenwart etwas Bleibendes wie etwa das "Frohner Forum" in Krems schaffe, sei nicht unumstritten, werde aber bewusst gegangen, da damit Chancen auch für künftige Generationen ergriffen und kulturtouristische Magneten für die kommenden Jahrzehnte geschaffen würden, so Pröll.

Den Hintergrund für die aktuelle Ausstellung in Hollabrunn, bei der Leihgaben des Landesklinikums Weinviertel Hollabrunn, der Stadtgemeinde Hollabrunn sowie einiger Privatpersonen gezeigt werden, stellt der unerwartete Tod Frohers im Jänner dieses Jahres dar. Mit der Ausstellung will "grenzART" einen Einblick in das Werk des Malers gewähren.

Adolf Frohner wurde 1934 im niederösterreichischen Groß-Inzersdorf geboren. 1952 ging er nach Wien, wo er bis 1961 in verschiedenen Berufen tätig war. Als Gasthörer besuchte er damals auch die Akademie der Bildenden Künste. Ein Stipendium ermöglichte Froher dann einen Aufenthalt in Paris, in dessen Verlauf er der Kunst und insbesondere dem Kreis der "Nouveaux Realistes" nahe kam. In der Folge entschloss Frohner sich, als freischaffender Künstler zu arbeiten. 1962 begründete er gemeinsam mit Hermann Nitsch und Otto Mühl den Wiener Aktionismus. Wenig später trennte Frohner sich aber von den Aktionisten. Nach seiner ersten aktionistischen Werkphase und den Materialbildern konzentrierte er sich zunehmend auf die reine Malerei und auf Zeichnungen. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit war Frohner auch als Kunstkritiker tätig. 1972 wurde er zum Professor an die Hochschule für angewandte Kunst berufen, wo er 1987 zum Dekan und von 1989 bis 1991 zum Prorektor gewählt wurde.

Frohners Werke werden seit den frühen 1960er Jahren in bedeutenden Galerien und Museen in aller Welt gezeigt; unter anderem 1970 bei der Biennale in Venedig und 1993 im Wiener Künstlerhaus. Frohner wurde durch zahlreiche Preise - etwa den österreichischen Staatspreis 1972 - ausgezeichnet.

Der Verein "grenzART" wurde 2005 gegründet, im Jänner 2006 wurde in Hollabrunn die Galerie "grenzART" eröffnet. 2006 wurden hier sieben Ausstellungen präsentiert; für heuer sind neun Kunst-Ausstellungen geplant. Das Projekt "grenzART" begünstigt einen Erfahrungsaustausch zwischen KünstlerInnen des Weinviertels, aus Südmähren und der Westslowakei und dient als Schnittstelle zwischen Kunstschaffenden und der Öffentlichkeit. Die aktuelle Ausstellung "grenzART zeigt Frohner" ist bis Samstag, 5. Mai, jeweils donnerstags und freitags von 15 bis 18 Uhr, bzw. samstags und sonntags von 10 bis 12 Uhr geöffnet.

Nähere Informationen: Stadtgemeinde Hollabrunn, Mag. Franz Stockinger, Telefon 02952/2102-22, e-mail Stockinger@hollabrunn.gv.at bzw. www.grenzart.org

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