Wiener Zeitung: Andreas Unterbergers Kommentar

Wien (OTS) - Jetzt gehts ums Ganze

Seit der ORF - bevor er noch seine Seher durch skurrile Neuschöpfungen vertrieben hat - eine Woche lang in Klimapanik gemacht hatte, seit die UNO und ein britischer Ökonom dasselbe Thema vermarkten, unterliegen wir einem Flächenbombardement. Dessen Inhalt:
Nur wir allein sind schuld an der (unbestreitbaren) Erderwärmung.

Manche empfinden das freilich als Gehirnwäsche und versuchen dennoch selbst nachzudenken. Dabei droht ihnen aber fast die Luft wegzubleiben. Auch buchstäblich: Denn alleine die Atemluft der nun schon über sechs Milliarden Menschen produziert mehr CO2 als der gesamte böse Autoverkehr. Wahrscheinlich steht daher das Verlangen, dass die Menschen weniger atmen, ohnedies schon auf dem Programm eines der nächsten Klimagipfel . . .

Aber eigentlich müsste es zuerst den Marsmännchen an den Kragen gehen: Denn der rote Planet erwärmt sich sogar viermal schneller als die Erde. So zu lesen in der renommierten Wissenschafts-Zeitschrift "Nature". Das wird aber von den Gehirnwäschern verschwiegen. Denn es wäre ja ein Indiz dafür, dass die Erwärmung auch mit erhöhter Sonnenaktivität zu tun haben könnte. Das ist jedoch eine von der UNO nicht erlaubte Kausalität.

Am erschreckendsten sind aber jene Wissenschafter, die zwar in privaten Gesprächen massive Zweifel an der Seriosität der Panik äußern, öffentlich aber schweigen. Denn sie wissen, dass sie sonst sofort als Speichellecker der Auto- oder einer anderen Industrie "entlarvt" würden.

Das alles ist in der Tat atemberaubend. Die Klima-Argumentation führt nicht nur zum - aus vielen anderen Gründen durchaus sinnvollen - Energiesparen, sondern bildet vor allem eine perfekte Grundlage für einen neuen Totalitarismus: Jetzt geht es nicht mehr nur um die "Ausbeutung der Arbeiterklasse", nicht mehr nur um "Mehr Lebensraum für das deutsche Volk", nicht bloß um einen "heiligen Krieg gegen die Ungläubigen", sondern ums Ganze: um das "Überleben von Erde und Menschheit". Mit dieser Argumentation lässt sich nun wirklich jede Reglementierung jedes menschlichen Tuns rechtfertigen.
Man muss nur rechtzeitig sicherstellen, dass jeder Widerspruch gegen den "wissenschaftlichen" Ökologismus unterdrückt wird.

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