Fast 400 verendete Schweine am Osterwochenende: Vertuschungs-Skandal in Schweinefabrik von Kremsmünster?

Wien (OTS) - Wie erst heute bekannt wurde, hat sich vergangenes Oster-Wochenende in einer Schweinemastfabrik bei Kremsmünster eine grausame Tragödie abgespielt: Laut Berichten von betroffenen Nachbarn sind im zum Stift Kremsmünster gehörenden, aber seit dem Jahr 2000 an einen gewissen Herrn Christian Eggendorfer verpachteten, Schweinemastbetrieb (Fierling 9, 4550 Rohr im Kremstal) fast 400 Schweine elendiglich erstickt und verendet. Der zuständige Amtstierarzt, Dr. Wolfgang Dorls von der BH Steyr-Land, hüllt sich ins Schweigen seines "Amtsgeheimnisses" und hat lediglich bestätigt, daß dort Tiere "aufgrund eines mechanischen Gebrechens" gestorben sind und ein Tierschutz-Verfahren anhängig sei. Außerdem solle man daraus kein Drama machen, da so etwas ja "öfters vorkomme"...

Die Nachbarn wurden auf diesen neuerlichen Schweine-Skandal erst aufmerksam, als der Gestank nach verwesenden Tierleichen vergangenes Wochenende unerträglich zu werden drohte. Der Amtstierarzt ist aber erst Dienstag morgen, also nach den Osterfeiertagen, erschienen und anschließend wurden die hunderten Schweine-Kadaver, die teilweise bereits mit Maden übersät waren, LKW-weise von der Tierkörperverwertung Regau abtransportiert!

Laut Zeugenaussagen hat sich der Betreiber dieser "Schweinefarm", Christian Eggendorfer, nur relativ selten bei "seinen" Tieren blicken lassen, da ja eh "alles vollautomatisch geregelt" sei. Die Osterfeiertage offensichtlich gar nicht, denn durch das warme Wetter und den Ausfall der Klimaanlage sind praktisch sämtliche Tiere dieses Stallabteils jämmerlich erstickt. Insgesamt werden in dieser Mastfabrik, die seit dem Jahr 2000 - v.a. wegen des schlechten Images vonseiten des Stifts Kremsmünster verpachtet wird - an die 1000 Tiere gehalten. Bereits seit 1995 haben Tierschützer die schrecklichen Zustände in diesem Stall - damals noch vom Stift selber verwaltet -massiv angeprangert. Selbst der OGH hat damals in einem richtungsweisenden Urteil betreffend dieses Betriebes festgestellt:
"Massentierhaltung schafft für die betroffenen Tiere zweifellos äußerst unangenehme Lebensbedingungen. Dies darf auch mit massiver Kritik als Tierquälerei oder mit dem Vergleich "Tier-KZ" plakativ und provokant zum Ausdruck gebracht werden."

Dazu Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank, Obmann von ANIMAL SPIRIT:
"Dieser neuerliche Vertuschungsfall von extremer Tierquälerei in einem konventionellen Schweinemastbetrieb bestätigt wieder einmal mehr, daß die heutige Schweinehaltung sowohl in Österreich als auch in der EU tier- und menschenverachtend ist. Das hat mit "gesunden Lebensmitteln", die von der Politik immer gerne propagiert werden, nicht das geringste zu tun.
Tierschutz-Ministerin Kdolsky ist aufgefordert, sich nicht länger hinter einem vollen Terminkalender zu verschanzen und endlich ernsthafte Gespräche mit Tierschutz-Vertretern über eine Verbesserung der Haltungsbedingungen der sog. Nutztiere zu führen."

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Dr. Franz-Joseph Plank, 0676/7082434

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I: www.animal-spirit.at

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