Hilfswerk: Gesetzesvorschlag zur Legalisierung der 24-Stunden-Betreuung richtiger Ansatz, Selbständigkeit problematisch

Präsident Othmar Karas: "Dringlichstes, aber nicht wichtigstes Problem!"

Wien (OTS) - "Das derzeit in Begutachtung befindliche Hausbetreuungsgesetz ist grundsätzlich eine brauchbare, gesetzeskonforme Lösung für die derzeit illegale sogenannte "24-Stunden-Betreuung", kommentiert Hilfswerk-Präsident Othmar Karas die Stellungnahme des Hilfswerks. Nur die darin vorgesehene Selbstständigkeit wird vom Hilfswerk - wie auch von den anderen Trägern - abgelehnt, weil sie eine Fortsetzung der Rechtsunsicherheit bedeuten würde.

"Nach dem österreichischen Sozialversicherungsrecht wird die Selbständigkeit nicht nach einer formalen Anmeldung beurteilt, sondern nach der tatsächlichen Tätigkeit. Die wird bei einer 24-Stunden-Betreuung im Hause des Auftraggebers wohl nur unselbständig sein", erklärt Karas und warnt: "Bei Scheinkonstruktionen drohen Nachzahlungen der Sozialversicherungsbeiträge durch den Auftraggeber!"

Präsident Othmar Karas wies auch darauf hin, dass die sogenannte "24-Stunden-Betreuung" ein dringliches, bei weitem aber nicht das wichtigste Handlungsfeld im Pflege- und Betreuungsbereich sei. "Etwa 5% der Pflegebedürftigen werden durch solche Betreuungskräfte betreut, aber etwa fünfmal so viele Menschen
durch mobile Dienste und mehr als zehnmal so viele ausschließlich durch Angehörige!", so Karas, der auch auf die Finanzierungsdebatte Bezug nahm: "Bei allem Verständnis für die handelnden und verhandelnden Personen: Den pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen ist es völlig egal, ob der Bund oder die Länder oder die Gemeinden oder die Krankenkassen die notwendige Unterstützung leisten. Das ,Schwarze-Peter-Spiel’ zwischen den Gebietskörperschaften und den Krankenkassen interessiert die betroffenen Menschen nicht. Es steht außer Streit, dass die mobilen Dienste ausgebaut werden müssen und dass die Pflege mehr Geld kosten wird. Nicht weil die Kosten steigen, sondern weil der Bedarf immer größer wird.", so Karas abschließend.

Das Österreichische Hilfswerk ist mit seinen Landesverbänden und dem Hilfswerk Austria einer der größten österreichischen Anbieter sozialer Dienstleistungen. In den Bereichen Mobile Pflege ist das Hilfswerk die größte Organisation in Österreich. Es unterstützt regelmäßig 20.910 alte und kranke Menschen durch professionelle Hilfe und Pflege daheim.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Harald Blümel
Österreichisches Hilfswerk
Bundesgeschäftsstelle
Tel.: 01 / 40442 - 12
Mobil: 0676 / 8787 60203
harald.bluemel@hilfswerk.at
www.hilfswerk.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HLW0001