APA-OTS-Politikportalanalyse: Neueinstieg dank Vertragsausstieg

Innsbruck / Wien (OTS) - Das Innsbrucker MediaWatch Institut erstellt im Auftrag von APA-OTS wöchentlich ein Top-30 Ranking der meist genannten PolitikerInnen in den österreichischen Tageszeitungen. Im aktuellen Untersuchungszeitraum (6. bis 12. April 2007) steigt Verteidigungsminister Norbert Darabos neu auf Platz eins ein. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer folgt auf dem zweiten Rang, Gesundheits- und Familienministerin Andrea Kdolsky findet sich auf Platz drei.

Die Eurofighter als das Top-Thema dieser Woche bescheren Verteidigungsminister Darabos nahezu alle seiner 392 Nennungen. Der parlamentarische Untersuchungsausschuss stellte Geldflüsse in der Höhe von 87.600 Euro vom EADS-Lobbyisten Erhard Steininger an eine Wiener Firma, in der Luftwaffenchef Erich Wolf als Prokurist und seine Frau als Geschäftsführerin tätig sind, fest. Darabos reagierte darauf mit Anzeigen gegen Wolf aufgrund des Verdachts der falschen Zeugenaussage und der verbotenen Geschenkannahme. Nach der zweistündigen Befragung wurde Wolf am Mittwoch vom Verteidigungsminister suspendiert. Darabos beauftragte zudem den Zivilrechtsexperten Helmut Koziol mit der Prüfung des Eurofightervertrages im Hinblick auf einen möglichen Ausstieg.
Auch der Zweitplatzierte dieser Woche verzeichnete zu den Abfangjägern die meiste mediale Präsenz. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (361 Nennungen) sah nach den jüngsten Entwicklungen in der Affäre die Chancen für einen Vertragsausstieg gestiegen.
Weitere Nennungen gab es für den Kanzler zur Regierungskrise in der Ukraine. Premier Viktor Janukowitsch hatte Gusenbauer telefonisch um Vermittlung gebeten und damit für einiges Aufsehen gesorgt. Einen Richtungsstreit in der Volkspartei löste der Vorstoß von Familienministerin Andrea Kdolsky (Platz drei, 274 Nennungen) und ÖVP Generalsekretär Hannes Missethon (Neueinstieg auf Platz sechs, 115 Nennungen) zur "Ehe light", also zu notariell eingetragenen Partnerschaften für homosexuelle Paare aus. Der konservative Flügel der ÖVP, allen voran ÖAAB Obmann Werner Amon (Rang 19, 59 Nennungen), sehen darin eine "Aushöhlung der Ehe und Familie". Missethon erwiderte, Homosexualität sei "ein Teil der Lebensrealität, der sich die ÖVP stellen müsse". Zum Thema Kindergeld sprach sich Kdolsky erneut gegen eine Abschaffung der Zuverdienstgrenze aus. Außerdem kündigte sie an, Stichprobenkontrollen durchzuführen um festzustellen, ob das Kindergeld zwischen 2003 und 2006 zu Recht bezogen wurde.

Unter den Top-Five im Politiker-Ranking finden sich außerdem der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (Rang vier, 200 Nennungen) und Vizekanzler Wilhelm Molterer (Rang fünf, 165 Nennungen). Beide konnten sich in dieser Woche zum Thema Eurofighter in den Medien positionieren. Molterer zeigte sich bemüht, zwischen den Vorgängen um Wolf und der Eurofighter-Entscheidung zu unterscheiden. Haider bezweifelte, dass die "Causa Wolf" für einen Vertragsausstieg reiche. Der Kärntnern Landeschef verzeichnete außerdem Nennungen zur geplanten Fusion des FC Kärnten mit Superfund Pasching und zu seiner Forderung, Ex-BAWAG Chef Elsner aus der Kärntner Rehab-Klinik abzuschieben.

Neueinstiege in das Top-30 Politikerranking in der aktuellen Untersuchungswoche unter anderen: Michael Häupl, SPÖ (Rang acht, 106 Nennungen), Peter Pilz, Grüne (Rang zehn, 100 Nennungen) Erich Haider, SPÖ (Rang 20, 56 Nennungen) und Reinhold Lopatka, ÖVP (Rang 21, 56 Nennungen).

Diese Woche finden sich 16 ÖVP-PolitikerInnen im Ranking, die SPÖ nimmt neun Positionen ein, das BZÖ zwei. Grüne und FPÖ positionieren sich mit jeweils einem Vertreter. Mit Heinz Fischer findet sich außerdem ein parteiloser Politiker unter den Top 30.

MediaWatch analysiert im Auftrag von APA-OTS die Präsenz österreichischer Politiker in der Berichterstattung der heimischen Tageszeitungen. Das wöchentlich aktualisierte Ranking ist über das OTS-Politikerportal http://www.politikportal.at kostenlos abrufbar.

Die kompletten Daten und alle bisherigen Analysen sind über den kostenpflichtigen Service http://www.defacto.at erhältlich (Download über den Link "Alle Analysen" am unteren Ende des Rankings).

Rückfragen & Kontakt:

MediaWatch Institut für Medienanalysen GmbH
Mag. Clemens Pig, Geschäftsführender Gesellschafter
Tel.: +43 512 588 959-10
info@apa-mediawatch.at
http://www.apa-mediawatch.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0004