Grüne NÖ: HPV-Impfaktion des Landes ist eine "paradoxe" Vorsorge

Krismer: Spitalsambulanzen eignen sich nicht als Impfstätte

St. Pölten (Grüne) - Einer der drei weltweit führenden Impfstoffhersteller, Sanofi, erzielte mit dem ersten Impfstoff gegen das menschliche Papilloma-Virus (HPV) unbestritten einen großen Durchbruch. Unbestritten ist auch für die Grüne Gesundheitssprecherin LAbg. Dr. Helga Krismer, dass aufgrund der hohen Durchseuchungsrate dieses Virus eine Impfaktion Sinn macht. "Nur über das Wie des Vorstoßes des Herrn Landeshauptmannes bin ich sehr unglücklich. Von der BM Andrea Kdolsky bis zum LR Sobotka ist man einig, dass die Ambulanzen entlastet werden müssen und die niedergelassenen ÄrztInnen die wichtigste Gesundheitsdrehscheibe für die Menschen sein sollen. Eine Versorgung mit Impfstoff von bis zu 120.000 Frauen und Mädchen ist noch keine Vorsorge", vermißt Krismer ein wirkliches Vorsorgekonzept.
Mit der Impfaktion für Mädchen und Frauen zwischen 9 und 27 Jahren zu Ambulanzzeiten vormittags um 270 Euro wird es für Schülerinnen zeitlich Zugangsbarrieren geben und für sozial Schwache nach wie vor eine finanzielle Hürde darstellen. Besonders kritisch sieht Krismer die Impfaktion vor dem Hintergrund "schlampigem" Vorsorgesverständnis junger Frauen in gynäkologischer Hinsicht. "Ich orte ein hohes Risiko, dass geimpfte Frauen und Mädchen glauben, dass sie keinen Gebärmutter-Tumor mehr haben werden. Bereits jetzt wird vom jährlich notwendigen PAP-Abstrich zu wenig Gebrauch gemacht, der eine wirkliche Vorsorge darstellt. Diese Bedenken teilt auch die Frau BM Kdolsky mit mir, wie sie bei einer Veranstaltung der NÖ ÄrztInnenkammer kürzlich verlautete", ist die Impfaktion in Ambulanzen eine "paradoxe" Vorsorge mit Risiko für Krismer.
Für Krismer ist auch die vordergründige Großzügigkeit des Landeshauptmannes nicht ganz nachvollziehbar. Die drei Impfungen gegen HPV kosteten in der Apotheke 600 Euro, derzeit aufgrund einer Aktion 465 Euro. Wenn kalkuliert wird, dass in Österreich bis zur Apotheke eine Spanne von 50% anfällt, ist der Impfstoff um mindestens 240 Euro direkt bei Sanofi ein zu kaufen. Da die Beschaffung direkt über die Holding geht, Apotheken-und Großhandelsspannen wegfallen, können die 270 Euro nicht als Großzügigkeit verkauft werden, sondern entsprechen den Marktgesetzen. Wo die Kosten für Land und NÖ GKK im hohen Ausmaß anfallen, ist nicht nachvollziehbar. Abschließend appelliert Krismer an die Landesregierung und an LH Erwin Pröll, derartige Impfaktionen sozial zu staffeln und im Sinne einer zeitgemäßen Vorsorge im niedergelassenen ÄrztInnenbereich an zu siedeln.

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