eTel-Übernahme: Wettbewerbsbehörden entscheiden gegen den Wettbewerb

VAT-Thoma: eTel-Deal hätte nicht genehmigt werden dürfen

Wien (OTS) - "Die Wettbewerbsbehörden haben gegen den Wettbewerb entschieden", kommentierte Berthold Thoma, Präsident des Verbandes Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT), die Genehmigung der eTel-Übernahme durch die Telekom Austria AG (TA). "Das Kartellgesetz verbietet Zusammenschlüsse, wenn zu erwarten ist, dass dadurch eine marktbeherrschende Stellung entsteht oder verstärkt wird. Da diese marktbeherrschende Stellung der TA bereits vor dem Deal nachweislich vorgelegen ist, ist es für uns unverständlich, wie die Genehmigung hat zustande kommen können." Die TA habe in ihrer OTS-Aussendung vom 12.4.2007 überdies sogar selbst betont, ihre Position im Geschäftskunden- und Breitbandmarkt durch die Übernahme von eTel nun weiter ausbauen zu können und zu wollen. "Wir sind schon auf die Argumente gespannt, die die Wettbewerbsbehörden davon überzeugt haben, dass durch diesen Deal trotzdem nicht die marktbeherrschende Stellung der TA verstärkt wird", so der VAT-Präsident, der deshalb eine Veröffentlichung der Genehmigungsentscheidung forderte, um diese prüfen zu können.

eTel-Kunden bleiben auf der Strecke

Eine Auflage des Deals ist der Verkauf eines Glasfaserringes und die Rückgabe von WLL-Funklizenzen. Die Trennung wird für die TA nicht weiter schmerzhaft sein, da sie ohnehin bereits über beides verfügt. Nach den dem VAT vorliegenden Informationen sind die Auflagen daher ungenügend und einseitig, da sie sich nur auf die Infrastruktur beziehen und den Wettbewerb, die Kunden und den Markt nicht genügend beachten. Für die TA sind die Nachteile minimal, für den Wettbewerb und für die Konsumenten gravierend. eTel-Kunden haben sich bewusst für einen alternativen Telekom-Netzbetreiber entschieden. Jetzt finden sie sich plötzlich bei der TA wieder. "Zusätzlich ist die Weiterführung der Marke eTel irreführend, da dem Kunden vorgegaukelt würde, er wäre bei einem alternativen Betreiber, dabei ist er wieder beim Ex-Monopolisten gelandet", so Thoma. Dazu kommt noch, dass Kunden während der gesamten Kundenbindungsfrist an die TA gebunden bleiben und nach Beendigung des Vertrages die Kosten für den Umstieg auf Produkte eines alternativen Betreibers erneut zu zahlen haben. "Der Deal liegt also sicher nicht im Interesse des Kunden und ist schon gar nicht im Sinne des Wettbewerbs und der Liberalisierung", so Thoma abschließend.

Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT)

Der VAT ist die Interessenvertretung der aufgrund der Liberalisierung in der Telekommunikation tätig gewordenen Betreiber und hat seit seiner Gründung im Jahr 1997 maßgeblich zur Schaffung fairer und wettbewerbsorientierter Rahmenbedingungen zum Vorteil der österreichischen Konsumenten beigetragen, die bis heute durch die Liberalisierung von Wohlfahrtssteigerungen von rund 14 Milliarden Euro profitieren konnten. Zu den Mitgliedern des VAT zählen Unternehmen aus dem Festnetz- und Mobilbereich, die neben den klassischen Telekommunikationsleistungen wie Sprachdienste für Endkunden und dem Errichten von Kommunikations-Infrastruktur auch Datendienste und Datenanbindungen anbieten. Die dem Verband angehörenden Unternehmen erzielen pro Jahr insgesamt ca. 2,4 Milliarden Euro Umsatz. Von den neuen Betreibern wurden in den letzten Jahren rund 5 Milliarden Euro in Infrastruktur investiert.

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