Wlodkowski: Nur Landwirtschaft hat Kyoto-Ziel erreicht

Appell an Regierung, Klima- und Energiefonds rasch einrichten

Wien (AIZ) - "Die Landwirtschaft hat als einziger Sektor das Kyoto-Ziel erreicht und den Ausstoß an klimaschädigenden Treibgasen um fast 14% gesenkt. Sie kann darüber hinaus ganz wesentlich dazu beitragen, in anderen Bereichen den CO2-Ausstoß spürbar zu reduzieren, indem sie Bio-Treibstoff, Ökostrom und Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen zur Verfügung stellt. Wir begrüßen daher den Plan des Umweltministers, einen Klima- und Energiefonds einzurichten, der die Umstellung von fossiler auf biogene Energie beschleunigt. Darüber hinaus erwarten wir im Rahmen einer grundlegenden und zukunftsorientierten Reform des Ökostromgesetzes langfristige und attraktive Einspeisetarife, keinerlei Degressionen und auch eine Aufstockung der Fördermittel. Außerdem ist die Förderung von Kraftwerken mit fossilen Brennstoffen zur Stromerzeugung absolut inakzeptabel", stellte Gerhard Wlodkowski, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Österreich, im Vorfeld des Klimagipfels der Bundesregierung fest.

International Druck erhöhen

"Zahlreiche Studien zeigen, dass die Land- und Forstwirtschaft von der Klimaveränderung am stärksten betroffen ist. Überschwemmungen und Trockenperioden der letzten Jahre haben drastisch vor Augen geführt, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die land- und forstwirtschaftliche Produktion in Österreich haben kann. Die Land-und Forstwirtschaft hat daher ein massives Interesse an effizienten Klimaschutzmaßnahmen auf globaler Ebene unter Einbindung insbesondere der USA und der Entwicklungsländer. Klimaschutzaspekte müssen aber auch in den aktuellen WTO-Verhandlungen berücksichtigt werden", appellierte Wlodkowski an die Verantwortlichen, auch auf internationaler Ebene den Druck in Richtung Klimaschutz zu erhöhen.

Nationale Biokraftstoff-Strategie

Straßenverkehr und Raumwärme sind vom nationalen Kyoto-Ziel noch weit entfernt. Hier sind einschneidende Maßnahmen unumgänglich. "Die Länder haben es über die Wohnbauförderung in der Hand, klare klimafreundliche Vorgaben zu machen. Die Land- und Forstwirtschaft kann für den Verkehr Biokraftstoffe zur Verfügung stellen. Um das in der Klimastrategie und im Regierungsprogramm genannte Ziel von 10% an alternativen Kraftstoffen bis 2010 zu erreichen, bedarf es einer nationalen Biokraftstoff-Strategie unter Einbindung der Rohstofflieferanten, der Verarbeitungsindustrie und der Mineralölwirtschaft. Das bereits unterzeichnete Fünf-Punkte-Aktionsprogramm zur Forcierung von Erdgas und Biogas als Kraftstoff und das kurz vor der Unterzeichnung stehende Aktionsprogramm zur Forcierung von Bioethanol als E85-Kraftstoff stellen dafür eine gute Basis dar. Damit können mehr als 2 Mio. t CO2 eingespart werden", so Wlodkowski. Darüber hinaus sieht die bäuerliche Interessenvertretung auch ein großes Potenzial in der Errichtung von Photovoltaikanlagen, da gerade im ländlichen Raum Dach- und Fassadenflächen in ausreichendem Maße vorhanden seien.

Konsumenten können aktiv mithelfen

"Auch die Konsumenten können aktiv mithelfen, den Klimawandel einzubremsen. Vom Stromsparen über die bewusste Auswahl des Urlaubsziels bis hin zum verstärkten Kauf österreichischer Lebensmittel reichen die Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgase. Dieses positive Verhalten, so hat eine Studie der Österreichischen Hagelversicherung gezeigt, trägt außerdem zur Erhöhung der regionalen Wertschöpfung bei. Schließlich sichert der Umstieg von fossilen auf nachwachsende Rohstoffe auch Arbeitsplätze im Bereich der Forschung, Entwicklung und Erzeugung von Anlagen, Öfen, Heizwerken, Generatoren, Motoren und anderen Produkten der Umwelttechnologie", ergänzte Wlodkowski.
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