Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka: Gesundheitssport als Prävention der Pflegebedürftigkeit

Regelmäßige Bewegung bringt enorme Einsparungseffekte bei Gesundheitskosten

Wien, 13. April 2007 (OTS) - "Bewegung und Sport bieten gerade angesichts der Pflegediskussion oder der alarmierenden Zahl übergewichtiger Österreicherinnen und Österreicher eine langfristige Verbesserung der persönlichen Gesundheit in allen Altersklassen und enorme Einsparungsmöglichkeiten im Gesundheitsbereich", so Sportsstaatssekretär gestern Abend bei einer Podiumsdiskussion mit Ex-Radrennprofi Peter Luttenberger und dem Sportmediziner Dr. Georg Fritsch zum Thema "Wie viel Bewegung braucht Gesundheit - Wirkungen und Nebenwirkungen des Sports". Durch nationale und internationale Studien sei bestätigt, "ein in Bewegung und Sport investierter Euro, spart drei an Gesundheitskosten. Daher muss es uns gelingen, den Gesundheitssport als anerkannte Säule der Prävention im Gesundheitssystem zu verankern", so Lopatka. ****

Der Mensch sei körperlich "nicht für den Bürosessel" geschaffen, sondern dafür zu gehen, zu laufen, zu springen, so der Sportstaatssekretär. Die Formel "Energiezufuhr und Energieverbrauch" habe sich genetisch seit dem Frühmenschen nicht verändert, der Verbrauch in der heutigen Arbeitswelt hingegen schon. "Über die gesundheitsorientierten 'Fit für Österreich'-Bewegungsprogramme wollen wir in Zeiten zunehmender Bewegungsarmut und der Umkehrung der Alterspyramide gemeinsam mit Sportverbänden und -Vereinen jene 60 Prozent der Bevölkerung in Bewegung bringen, die keinen Sport betreiben." Laut Studie der Bundes-Sportorganisation (BSO) kann man 836 Millionen Euro an Gesundheitskosten einsparen, wenn man nur die Hälfte jener Österreicherinnen und Österreicher, die wenig bis gar nicht Sport betreiben, an die Schwelle zum Gesundheitssport heranführt, betonte Lopatka.

Die Gesundheitsförderung durch Bewegung und Sport beginne je nach Alter und Konstitution bei mindestens drei Mal wöchentlich einer halben Stunde am Tag regelmäßigem Ausdauer- und Krafttraining. "Ab dieser Intensität, Dauer und Häufigkeit verbrauche ich beim trainieren meines Körpers Energie, baue Muskelmasse und damit Kraft auf und erhöhe die Sauerstoffaufnahmefähigkeit und dadurch meine Ausdauer." Das habe gerade in der Pflegediskussion Auswirkungen, "wo die Leistungen, die der Sport erbringen kann, bisher unberücksichtigt bleiben". Die Ursache für Pflegebedürftigkeit sei nicht in erster Linie Krankheit, sondern die durch den biologischen Alterungsprozess ausgelöste körperliche Schwäche. "Zwar wirken Bewegung und Sport nicht lebensverlängernd, was aber entscheidend verlängert wird, ist der Gewinn an Zeit ohne Hilfsbedürftigkeit um bis zu 15 Jahre."

Auch bei der Jugend habe der Österreichische Adipositasbericht dringenden Handlungsbedarf aufgezeigt, so Lopatka weiter. "Übergewicht ist längst in allen Altersgruppen zu finden. Die Tendenz ist vor allem bei Kindern und Jugendlichen stark steigend." Mittlerweile ist jeder fünfte Österreicher/in übergewichtig und jeder zehnte Österreicher/in leidet an Fettleibigkeit. "Wenn es uns gelingt, die Zahl der Adipositasfälle um nur ein Prozent zu senken, ergibt das eine Einsparung direkter Gesundheitskosten von über 750 Millionen Euro." Vor diesem Hintergrund werde die Rolle von Bewegung und Sport als "Dienstleister am Gesundheitssystem" offenkundig, so Lopatka, der abschließend auf die bereits über 2.200 "Fit für Österreich"-Qualitätssiegel-Programme verwies, die mit speziellen Übungen auf alle Altersgruppen und Lebensbereiche abzielen: "Die Botschaft ist klar: Es ist nie zu spät, mit Gesundheitssport zu beginnen!"

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