Über 350.000 ÖsterreicherInnen sind zuckerkrank

Sozialversicherung warnt vor Spätfolgen und startet ab Mitte April auch in Wien das Disease Management Programm "Therapie Aktiv-Diabetes im Griff"

Wien (OTS) - Anlässlich des 4. Wiener Diabetes Tages heute, Freitag, weist der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger auf das wachsende Problem der Volkskrankheit Diabetes in Österreich hin: Über 350.000 ÖsterreicherInnen sind zuckerkrank. Der Großteil davon leidet an so genanntem Typ-2 Diabetes, dem Erwachsenen- bzw.
Alters-Diabetes. Gefürchtet sind neben der Erkrankung selbst vor allem die Sekundärerkrankungen: Gefäßschäden, Augenschäden, diabetischer Fuß etc. Josef Probst, für Gesundheitsvorsorge und Prävention zuständige stv. Generaldirektor im Hauptverband der Sozialversicherungsträger: "Diabetes ist eine Volkskrankheit, die sich in unserer Wohlstandsgesellschaft dynamisch entwickelt und die daher gesundheitspolitisch besonderes Augenmerk erfordert". Diabetes ist aber nicht nur eine Alterserkrankung, zunehmend sind alle Altersklassen von dieser Volkskrankheit betroffen. Abgesehen von der zunehmendem Ausbreitung von Diabetes bei Kindern verschärft auch die demografische Entwicklung der österreichischen Bevölkerung aufgrund der hohen Betroffenheit bei älteren Menschen dieses Problem zusehends.
"Wenn man die Risikofaktoren nicht in den Griff bekommt", so Probst weiter, "wird es in Österreich in 20 Jahren fast 1 Million Diabetiker geben". Die rasche Zunahme an Typ-2-DiabetikerInnen bedeutet neben persönlichem Leid enorme Kosten für das Gesundheitssystem. Das muss nicht sein: Durch rechtzeitig beginnende und kontinuierliche ärztliche Betreuung lassen sich die Spätfolgen der Zuckerkrankheit hintanhalten oder sogar ganz vermeiden.
Eine wichtige Maßnahme ist die Prävention im Rahmen der neuen Vorsorgeuntersuchung, wo dem wachsenden Problem Diabetes große Bedeutung beigemessen wird. Probst: "Kern des neuen Vorsorgeprogramms, welches bereits seit Anfang 2006 umgesetzt wird, sind definierte Vorsorgeziele, unter anderem auch Diabetes mellitus sowie Adipositas und Übergewicht." Dabei wird für jeden Probanden ein eigenes Risikoprofil erstellt. Neben einer Familienanamnese wird der BMI (body mass index) errechnet und eine Blutzuckermessung vorgenommen. Risikofaktoren für Diabetes wie Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, wenig Bewegung, schlechte Ernährung und Übergewicht sind Teil der neuen Vorsorgeuntersuchung. Das Thema ist Lebensstilveränderung.
Im Rahmen der Innovationsprojekte des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger wurde von der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse ein innovatives Behandlungsprogramm für Typ-2-DiabetikerInnen "Therapie Aktiv -Diabetes im Griff" entwickelt, welches heuer neben dem bereits erfolgten Start in der Steiermark und in Teilen Niederösterreichs in weiteren Bundesländern - ab Mitte April in Wien - zum Einsatz kommen wird. Die Vorteile für die Betroffenen: intensive Betreuung durch den Hausarzt, mehr Wissen über die eigene Erkrankung, um sich aktiv an der Therapie zu beteiligen. Primarius Dr. Gert Klima, ärztlicher Leiter der steiermärkischen Gebietskrankenkasse: "Gerade bei Diabetes ist es wichtig, dass der Arzt nach der Diagnose den Patienten über seine Krankheit aufklärt, ihn umfassend untersucht und die richtige Behandlung einleitet, um Folgeschäden zu vermei-den".
Die Teilnahme an "Therapie Aktiv" erfolgt für Arzt und Patient freiwillig. Interessierte Personen mit der Diagnose Diabetes mellitus Typ 2 können sich bei einem eigens für "Therapie Aktiv" geschulten Arzt in das Programm einschreiben. Niedergelassene Ärzte für Allgemeinmedizin sowie Fachärzte für Innere Medizin können nach erfolgter Basisschulung als "DMP-Ärzte" tätig sein. Die Bindung zwischen Diabetiker und Vertrauensarzt unterstützt dabei die Langzeitbetreuung für den betroffenen Teilnehmer. Durch eine gemeinsame Kraftanstrengung aller beteiligten Akteure - Patient, Arzt und Krankenversicherung - werden wir die Volkskrankheit Diabetes wirksam bekämpfen", ist Probst zuversichtlich.

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