Darmkrebs: Verhindern - Heilen - Lindern Medizinische Fortschritte nehmen der Krankheit ihren Schrecken

Wien (OTS) - Jährlich erkranken mehr als 5.000 Österreicher an Darmkrebs. Durch die heutzutage völlig schmerzlose Vorsorgeuntersuchung kann die Entstehung bösartiger Tumore zum größten Teil verhindert werden. Moderne Therapien erhöhen in jedem Tumorstadium die Heilungschancen und sind dennoch wesentlich schonender für den Patienten. Ein künstlicher Darmausgang ist nur noch selten erforderlich.

Darmkrebs ist die häufigste Krebserkrankung in den Ländern der westlichen Welt. Bei jedem 20. Menschen besteht die Wahrscheinlichkeit, an Dickdarmkrebs zu erkranken. Selten tritt der Tumor vor dem 40. Lebensjahr auf. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei Männern bei 67 Jahren und bei Frauen bei 72 Jahren.
Neben erblichen Faktoren spielen Umwelt und vor allem Ernährungsgewohnheiten eine wesentliche Rolle in der Darmkrebsentstehung.

"Durch ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, körperliche Bewegung, Gewichtsreduktion sowie das Vermeiden von Alkohol kann jeder Mensch sein individuelles Krebsrisiko senken", erklärt die Wiener Krebsspezialistin Ass.-Prof. Dr. Irene Kührer im Vorfeld des internationalen EFR-Kongresses (European Federation for ColoRectal Cancer), der vom 13. bis 14. April in Wien stattfindet.

Darmkrebs-Kongress in Wien

Die EFR ist eine im Jahre 2003 vom Wiener Chirurgen Univ.-Prof. Dr. Béla Teleky gegründete grenzüberschreitende Vereinigung zur Erforschung bösartiger Darmtumore. Ihre Hauptziele sind die Intensivierung von Präventionsprogrammen mit entsprechender Qualitätssicherung sowie die Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten. Die internationale fächerübergreifende Zusammenarbeit trägt bereits Früchte: Trotz weiterhin steigender Erkrankungszahlen ist erstmals ein anhaltender Rückgang der Sterblichkeit bei Darmkrebs erkennbar. Selbst Patienten mit fortgeschrittener Tumorerkrankung und Metastasen haben heutzutage eine 30-prozentige Chance, in fünf Jahren noch zu leben.

Früherkennung verhindert Krebs

Dickdarmkrebs entwickelt sich langsam und meist unbemerkt, weil er lange Zeit keine Beschwerden verursacht. Es dauert etwa fünf bis sieben Jahre, bis aus harmlosen kleinen Schleimhautpolypen ein invasives Karzinom mit Tochtergeschwulsten in Lunge und Leber entsteht. Vorsorgeuntersuchungen sind daher besonders wichtig. Empfohlen wird eine erste Darmspiegelung (Koloskopie) ab dem 50. Lebensjahr - ein heutzutage völlig schmerzloser Eingriff. Ist das Ergebnis unauffällig, genügt eine Wiederholung alle fünf bis zehn Jahre. Finden sich Krebsvorstufen, so genannte Darmpolypen, können diese schmerzlos entfernt werden.

Im Frühstadium ist Dickdarmkrebs zu 90 Prozent heilbar. Leider wird die Erkrankung jedoch derzeit oft zu spät erkannt. Jeder vierte Patient weist bereits bei der Erstdiagnose Metastasen auf. Aber auch diese Patienten haben mittlerweile eine hohe Heilungschance. "Wir sind heute in der Lage, unseren Patienten innovative Therapien zur Verfügung zu stellen und bieten dadurch häufig eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität, der Lebensdauer und damit der Gesamtprognose", betont der Wiener Onkologe Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski.

Die besten Ergebnisse werden durch eine Kombination aus Chemotherapie und neuen zielgerichteten Therapien, den so genannten monoklonalen Antikörpern, sowie einer chirurgischen Entfernung der befallenen Darmabschnitte erzielt. Bei Erkrankungen des Enddarms (Rektum) wird zusätzlich eine Strahlentherapie durchgeführt. "Während früher in den meisten Fällen ein bleibender künstlicher Darmausgang erforderlich war, ist dies dank der medizinischen Fortschritte heutzutage nur mehr bei jedem zehnten Patienten notwendig", erklärt Prof. Dr. Béla Teleky.
Die EFR hat eine Hotline zum Thema Darmkrebs installiert. Ab Samstag, dem 13. April, 12 Uhr, können Betroffene, Angehörige und Interessierte unter der Telefonnummer 0664/320 35 38 Kontakt mit den Krebsspezialisten Ass.-Prof. Dr. Irene Kührer und Univ.-Prof. Dr. Béla Teleky aufnehmen. Die Experten werden etwa drei Monate lang für Fragen zur Verfügung stellen.

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