Neue "Kärntner Tageszeitung" - KOMMENTAR von Michaela Geistler-Quendler: Was es zu beweisen gilt ...

Klagenfurt (OTS) - Gesetze gelten grundsätzlich - würden sie es nicht, existierte kein Staat. Denn die Entwicklung zum Staat ist eine fort von Menschenhatz, Faustrecht und Lynchjustiz. Österreich wurde Rechtsstaat und dieser fußt auf der Unschuldsvermutung. Nicht Unschuld ist zu beweisen, sondern Schuld. So lange sie es nicht ist, und zwar rechtskräftig, gilt das Axiom Un-Schuld.

Dieses Recht, das einem gerechten Verfahren zugrunde liegt, können weder "Volkszorn" noch politische Willkür antasten. Helmut Elsners Schuld muss bewiesen, die Beweise gewürdigt werden, da nützt kein Zu-Wissen-Glauben, kein Hörensagen, kein Aktenberg. Nicht einmal ein Geständnis ersetzt ein Gerichtsverfahren. Elsner ist hier und heute unschuldig. Und wäre er ein verurteilter Verbrecher, stünde ihm wie jedem Delinquenten medizinische Versorgung zu. Niemandem obliegt es, ihn lächerlich genug - quasi freihändig des Bundeslandes zu verweisen.

Ein Arzt, der einem Straftäter oder jemandem, der im Verdacht steht, ein solcher zu sein, Hilfe verweigert, verstößt gegen den hippokratischen Eid und gegen das Gesetz. Er darf sein medizinischen Erfordernissen und der Humanität verpflichtetes Handeln nicht von einem moral-politischen Urteil abhängig machen. Sonst sind wir dort, wo hier, ungestraft, "Götter in Weiß" entscheiden, was unwert zu retten sei.

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