"KURIER"-Kommentar von Andreas Schwarz: "Politik ohne Fantasie"

Das ewige Scheitern an grundsätzlichen Fragen wie Kinderbetreuung.

Wien (OTS) - Drei Viertel der Österreicher halten es für unverantwortlich, Kinder unter drei in Krippen oder Kindergärten zu geben, sagt eine vom KURIER veröffentlichte und für Diskussionen sorgende Studie.
Was wie ein ziemlich konservatives Familienbild klingt, hat in Wahrheit noch einen anderen Hintergrund: Einem ausgewählten Kindermädchen würde man den Säugling wohl anvertrauen, wenn es der Beruf erfordert und leistbar wäre. Eine Betreuerin für zehn und mehr Säuglinge in Krippen und Kindergärten aber ist in den ersten Prägejahren eine "Zumutung", wie Experten bestätigen.
Das Problem der Kinderbetreuung ist eines des gesellschaftlichen Wandels. Das Modell der Kindergärten und Krippen stammt aus einer Zeit, als es noch nicht primär darum ging, Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen. Die zizerlweise Adaptierung des Modells ist nett, vom realen Bedarf aber Lichtjahre entfernt.
Der Bedarf: Ein umfassendes, möglichst individuelles Betreuungsangebot wie in Frankreich. Und bei immer mehr Menschen im Arbeitsprozess müsste mit ein bisschen Fantasie auch die Finanzierung des Betreuungsbedarfes, der damit ja zu tun hat, machbar sein. Für diese Fantasie wäre eigentlich die Politik da, nicht fürs Zuschauen.

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