Facharbeitermangel ist mit heimischen Arbeitskräften zu lösen - Sonderkontingent aus dem Ausland unnötig!

Linz (OTS) - Die AK Oberösterreich lehnt die Pläne der Bundesregierung, jährlich weitere 800 Facharbeiter aus den neuen EU-Staaten nach Österreich zu holen, klar ab. "Damit werden nur die Übergangsbestimmungen für die EU-Mitgliedsländer gelockert, anstatt durch gezielte Qualifizierung den Bedarf mit Arbeitskräften in Österreich zu decken", kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Fachkräfte aus den neuen EU-Staaten sollen künftig leichter in Österreich arbeiten dürfen. Zumindest, wenn es nach den Plänen von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein geht. Die geplante Verordnung dazu, die mit 1. Mai 2007 in Kraft treten soll, erlaubt es Firmen, zusätzliche 800 Schweißer, Dreher und Fräser aus den neuen EU-Staaten anzuwerben. "Völlig unnötig", wie AK-Präsident Kalliauer betont, "die derzeitige Gesetzeslage bietet ausreichend Spielraum zur Beschäftigung von wirklich benötigten Fachkräften aus dem Ausland." So wurden im Jahr 2006 allein in Oberösterreich mehr als 6.000 Bewilligungen für ausländische Arbeitnehmer/-innen erteilt, im Februar 2007 haben bereits knapp 2.000 Beschäftigte aus den neuen EU-Mitgliedsländern den freien Zugang zum oberösterreichischen Arbeitsmarkt bekommen.

Das Argument des Wirtschaftsministers, wonach das Sonderkontingent aufgrund der hohen Zahl an nicht abdeckbaren offenen Stellen erforderlich ist, hält nicht. Der überwiegende Teil dieser offenen Stellen kommt nämlich von Personalleasingfirmen - und die erhalten ohnehin keine Bewilligung für ausländische Fachkräfte.

Auch die Ankündigung, die ausländischen Facharbeiter würden bevorzugt jenen Betrieben bewilligt, die selbst Lehrlinge ausbilden, ist offenbar nicht sehr ernst gemeint: sie ist in der geplanten Verordnung mit keinem einzigen Wort erwähnt.

"Die vorzeitige Öffnung des Arbeitsmarktes mit all den dazugehörigen Gefahren wie Lohndumping und Verdrängungswettbewerb ist damit vorprogrammiert", warnt Kalliauer.

Der AK-Präsident fordert, auch vor dem Hintergrund der nach wie vor hohen Zahl an Arbeitssuchenden, zur Beseitigung des Facharbeitermangels zunächst das in Österreich vorhandene Potential auszuschöpfen. "Arbeitsmarktpolitische Instrumente wie Implacement-Stiftungen existieren zwar, sie werden von den Betrieben aber zu wenig genutzt", kritisiert Kalliauer.

Die Betriebe sollen wieder mehr in die Ausbildung und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter/-innen investieren. Zur verstärkten Förderung betrieblicher Qualifizierung braucht das AMS mehr Mittel.

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