"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Grenzenvolles Chaos"

Die bloß theoretische Zuverdienstgrenze beim Kindergeld sollte fallen.

Wien (OTS) - Mit seiner ersten Aussage als ÖVP-Sozialsprecher hat sich Werner Amon keine Verdienste erworben - nach Ansicht seiner Parteispitze. Wider deren Linie ist er dafür, die Zuverdienstgrenze beim Kindergeld aufzuheben. "Falsches familienpolitisches Signal" und zu teuer, rüffeln ihn Ministerin Kdolsky und Obmann Molterer. Dabei fordert Amon lediglich das, was angesichts des Chaos um die Kontrolle des Limits vernünftig ist. Wozu braucht es eine möglicherweise verfassungswidrige Grenze, wenn nicht überprüft wird, ob sie eingehalten wird?
Auch die SPÖ will die Zuverdienstgrenze beseitigen, gleichzeitig für Arbeit neben dem Kind eine zeitliche Grenze einziehen. Das klingt insofern gut, als das auch Männer motivieren könnte, das Kind zu betreuen.
Der Haken dabei: Wie will man bei Selbstständigen oder Bäuerinnen feststellen, ob sie sich an die angegebenen Stunden halten? Praktikabel wäre wohl nur, was Finanzrechtler Doralt vorschlägt:
Das Kindergeld wird erhöht - und steuerpflichtig. Wer mehr verdient, zahlt höhere Einkommensteuer. Das wäre leicht administrier- und kontrollierbar, abgesehen davon sozial gerecht. Die Koalition plant ja eine Reform dieser Familienleistung.
Also warum nicht eine, die taugt?

Rückfragen & Kontakt:

KURIER
Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
innenpolitik@kurier.at
www.kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0002