Bauernbund installiert Ombudsmann für Senioren

Grillitsch: Georg Schwarzenberger ist bester Experte

Wien (AIZ) - Seit 01.04. ist Bauernbund-Altpräsident Georg Schwarzenberger als Senioren-Ombudsmann im Österreichischen Bauernbund tätig und wird sich auch mit speziellen Härtefällen im Sozialbereich befassen. "Mit seiner Hilfe will der Österreichische Bauernbund in den nächsten Jahren eine noch stärkere Rolle im Sozialbereich spielen als bisher", erklärte Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch heute bei einer Pressekonferenz in Wien.

Monatlicher Sprechtag in den Bundesländern

Der Österreichische Bauernbund verfügt im Sozialbereich über ein großes Know-how, das nunmehr durch Ehrenpräsident Schwarzenberger auch nach außen deutlich sichtbarer gemacht werden soll. Zudem soll es für die rund 180.000 bäuerlichen Seniorinnen und Senioren eine zentrale Ansprechperson geben. Der Senioren-Ombudsmann wird sich in Zukunft sozialen Fragen annehmen, die vor allem die bäuerlichen Pensionsbezieher betreffen. Darüber hinaus wird es einmal im Monat einen Sprechtag des Ombudsmanns in den Bundesländern geben.

Der Salzburger Schwarzenberger ist 65 Jahre alt. Zwölf Jahre lang fungierte er als Bauernbund-Präsident und vertrat zudem 20 Jahre lang die Anliegen der bäuerlichen Bevölkerung im Nationalrat. Er verfügt über größtes Fachwissen im Sozial- und Versicherungssektor, das nun den Bauernbund-Mitgliedern wieder zur Verfügung steht, zeigte sich Grillitsch erfreut.

Forderung nach Berufsschutz ab Vollendung des 50. Lebensjahres

Der neue Bauernbund-Ombudsmann verwies auf die grundlegenden sozialpolitischen Forderungen des Österreichischen Bauernbundes, die auch in das Regierungsprogramm übernommen wurden. Ein Hauptpunkt ist die Forderung nach einem Berufsschutz für Bauern ab Vollendung des 50. Lebensjahres. Derzeit gilt ein Bauer erst nach Vollendung des 57. Lebensjahres dann als erwerbsunfähig, wenn er durch Krankheit oder Gebrechen die selbstständige land- beziehungsweise forstwirtschaftliche Tätigkeit nicht mehr ausüben kann. Der Bauer darf in diesem Fall nicht mehr auf außerlandwirtschaftliche Berufe verwiesen werden. Bei anderen Berufsgruppen, wie beispielsweise Gewerbetreibenden, gibt es bereits einen Berufsschutz ab der Vollendung des 50. Lebensjahres.

Der Berufsschutz besteht aber immer nur dann, wenn die land-beziehungsweise forstwirtschaftliche Tätigkeit in den letzten 15 Jahren mindestens 120 Kalendermonate, also zehn Jahre, hindurch ausgeübt worden ist. Der Berufsschutz, der heute im bäuerlichen Bereich mit 57 Jahren bei Krankheit den Zutritt zur Pension ermöglicht, reicht in vielen bedauerlichen Einzelfällen nicht mehr aus. Pro Jahr gibt es etwa 150 bis 200 Personen unter 57 Jahren mit einem Krankheitsbild, das es ihnen unmöglich macht, ihren Beruf als Bauer weiter auszuüben. Aufgrund der Tatsache, dass es für Bauern keinen Berufsschutz bis zur Vollendung des 57. Lebensjahres gibt, werden sogar höchstqualifizierte Bauern wie Hilfsarbeiter behandelt, gab Schwarzenberger zu bedenken.

Möglichkeit geben, Hacklerregelung nutzen zu können

Weiters begrüßt der Österreichische Bauernbund die Verlängerung der Hacklerregelung. Wer 40 Jahre (Frauen) beziehungsweise 45 Jahre (Männer) hart gearbeitet hat, soll mit 55 beziehungsweise 60 Jahren in Pension gehen können, so die Vertreter des Bauernbundes. Für Bäuerinnen und Bauern ist die Inanspruchnahme der Hacklerregelung aber aus formalen Gründen zumeist nicht möglich, denn Pflichtversicherung bestand für die bäuerliche Personengruppe bis 1970 erst ab Vollendung des 20. Lebensjahres und von 1970 bis 1978 ab Vollendung des 18. Lebensjahres. Um den österreichischen Bauern die Möglichkeit zu geben, die Hacklerregelung nutzen zu können, muss daher ein Modell gefunden werden, die Zeiten, in denen keine Pflichtversicherung bestanden hat, als Ausübungsersatzzeiten anrechnen zu können. Andererseits sollte auch die Möglichkeit geschaffen werden, diese Zeiten - analog zu den Schuljahren -nachkaufen zu können.
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