Hohe Gewissheit über Aussagekraft der Studie erreichen

Burgstaller: Studie zu Mobilfunk-Sendeanlagen wichtiger Schritt / Studienautoren fordern verantwortungsvollen Umgang mit Studie

Salzburg (OTS) - Über die Zwischenergebnisse der
wissenschaftlichen Überprüfung der Auswirkungen von GSM-Mobilfunk-Sendeanlagen wird Wissenschaftsreferentin Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller der Salzburger Landesregierung bei der nächsten Sitzung des Arbeitsausschusses und Regierungssitzung am Montag, 16. April, berichten und Schritte zur weiteren Vorgangsweise vorschlagen. Diese wissenschaftliche Überprüfung (Salzburger Vorsorgewert) ist Teil des Regierungsübereinkommens der Salzburger Landesregierung. Das gab Landeshauptfrau Burgstaller heute, Montag, 2. April, bekannt.

Die wissenschaftliche Arbeit ist unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard W. Hacker (Institut für Grund- und Grenzfragen der Medizin, SALK) und von Prof. Dr. Gernot Pauser (Universitätsklinik für Anästhesiologie, SALK) erstellt worden. Dazu wurden 70.000 Euro aus dem Wissenschaftsressort des Landes zur Verfügung gestellt. Burgstaller hat diese Studie an die Österreichische Akademie der Wissenschaften zur abschließenden Bewertung übermittelt.

"Gerade bei dem hoch sensiblen und nicht nur in Salzburg leidenschaftlich diskutierten Thema wollen wir sicherstellen, dass wir durch die Begutachtung durch Wissenschafter der Österreichischen Akademie der Wissenschaften möglichst hohe Gewissheit über die Aussagekraft der Studie bekommen", betonte Burgstaller. "Und erst auf dieser Basis sollen dann politische Bewertung und Maßnahmen folgen." Man müsse berücksichtigen, dass jede wissenschaftliche Arbeit zu dem brisanten Thema Gegenstand einer kontroversiellen - nationalen und internationalen - Auseinandersetzung werden könne. Deshalb sei eine möglichst gute Absicherung im ureigensten Salzburger Interesse.

Burgstaller hat auch mit der Bundesregierung in dieser Sache Kontakt aufgenommen. Burgstaller und die Studienautoren ersuchen gemeinsam um einen möglichst verantwortungsvollen Umgang mit den bisherigen Studienergebnissen. Diese würden nämlich weder Anlass für Panik noch für Entwarnung bieten.

Den beiden Studienautoren, Hacker und Pauser, ist es deshalb ein Anliegen, noch einmal darauf hinzuweisen, dass ihre Untersuchung zum Schluss kommt, dass die Strahlung von GSM-Mobilfunk-Sendeanlagen gesundheitliche Auswirkungen haben kann, aber nicht muss. GSM steht für Globale Systeme für Mobile Kommunikation.

"In den Medien wurde zum Teil berichtet, dass wir eine enorm starke Schwächung des Immunsystems durch Mobilfunk-Sendeanlagen gefunden hätten. Diese Aussage entspricht nicht den gefundenen Daten:
Aus den Studienergebnissen geht hervor, dass sich im Kurzzeitversuch deutliche Hinweise dafür ergaben, dass eine leichte, aber individuell unterschiedlich stark ausgeprägte Schwächung des Immunsystems auftreten kann. Aus den von uns durchgeführten Versuchen darf man nicht ableiten, dass eine Schwächung des körpereigenen Abwehrsystems bei jedem Menschen zwingend auftreten müsste, aber dass doch eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit dafür vorhanden ist, dass bei Menschen, die der Strahlung länger ausgesetzt sind, eher stärkere, chronische Effekte auftreten können", betonen Hacker und Pauser.

"Wenn man unsere Versuchsergebnisse in der Gesamtheit sieht, dann ergibt sich für uns, dass es eine hohe biologische Relevanz der GSM-Mobilfunk-Sendeanlagen in Bezug auf Stresswirkungen betroffener Menschen geben dürfte. Deshalb ist es aus unserer Sicht dringend geraten, unsere Ergebnisse im Sinne des Vorsorgeprinzips ernst zu nehmen. Wir sind zuversichtlich, dass die Politik entsprechend reagiert. Der Vorsorgewert ist aus unserer Sicht auf jeden Fall gerechtfertigt. Uns erscheinen aufgrund der Ergebnisse unserer Studie und der vorliegenden wissenschaftlichen Literatur weitere Maßnahmen ratsam und unbedingt wünschenswert", so die beiden Wissenschafter abschließend.

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