WirtschaftsBlatt Kommentar vom 2.4.2007: Keine Panik: Wir sind stärker als das Ausland - von Peter Muzik

Die AK macht sich mit ihrer eigenen Studie Mut

Wien (OTS) - Eine brandneue Studie der Arbeiterkammer Wien liefert gleich mehrere erfreuliche
Erkenntnisse: Erstens wird damit der Nachweis geliefert, dass die österreichischen
Direktinvestitionen im Ausland bereits die ausländischen Engagements in Österreich übertreffen.
Anders formuliert: Das in rot-weiss-rotem Besitz
befindliche Kapital im Ausland ist mittlerweile
grösser als das in ausländischem Besitz befindliche Kapital in der Republik.
Zweitens ist dem jüngsten AK-Bericht Märkte Wettbewerb Regulierung zu entnehmen, was wir längst wissen: dass sich die heimischen Investoren immer mehr auf Mittel- und Osteuropa konzentrieren. 2004 entfielen auf die MOEL-Region schon 38 Prozent aller österreichischen Direktinvestitionen. Die Aktivitäten unserer Betriebe haben dort zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen: Seit 1991 hat sich die Zahl der unter österreichischem Einfluss stehenden Unternehmen in den mittel-und osteuropäischen Ländern mehr als verzehnfacht konkret von 24.600 auf 266.000 Mitarbeiter. Damit stellen die österreichdominierten Betriebe im Osten bereits 70 Prozent aller bei unseren Auslandsengagements vorhandenen Arbeitsplätze. Übrigens: Im selben Zeitraum ist die Belegschaft der ausländisch-beherrschten Unternehmen in Österreich leicht rückläufig gewesen 2004 lag sie bei 233.000 Beschäftigten.
Drittens und jetzt wird’s noch eine Spur erfreulicher müssen wir uns laut AK-Studie wegen drohender Produktionsverlagerungen ins Ausland wirklich keine grauen Haare wachsen lassen. Es ist zwar ein Faktum, dass Jahr für Jahr etliche Unternehmen zumeist teilweise in den Goldenen Osten abwandern. Aber diese Auslagerungen sind bislang nicht allzu schmerzlich gewesen: Von Mitte 2005 bis Mitte 2006 waren bei exakt 23 solcher Fälle etwa 1500 österreichische Arbeitsplätze betroffen bei 600.000 Mitarbeitern in der Sachgütererzeugung macht das 0,2 bis 0,3 Prozent aus.
Unser Fazit: So bedauerlich es sein mag, dass beispielsweise Head seine Tennisschläger in China und nicht mehr in Vorarlberg fertigt, dass Austria Tabak nicht mehr in Schwaz und Fürstenfeld, sondern in Polen produziert, dass Schindler Aufzüge Fahrtreppen neuerdings in der Slowakei herstellt, dass Palfinger die Zylinderproduktion nach Bulgarien verlagert oder Vogel & Noot den Standort Wartberg durch Polen und Ungarn ersetzt hat so bedauerlich das alles auch sein mag:
Es ist Business as usual, und man sollte aufhören, darüber zu jammern. Übrigens schön, dass sich die AK mit ihrer eigenen Studie Mut macht.

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