"profil": Fragwürdige Lufttaxi-Flüge von Platter im Heeresjet

Im Jet zu "Edelweisskonzert" und "Sonderausstellung Kramsach" - die "dringenden Gründe" für die Flüge mit Bundesheermaschinen

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, sorgt Innenminster Günther Platter mit der Offenlegung seiner Jet-Flüge für neue Verwirrung. Acht Wochen lang spannte Platter die Öffentlichkeit auf die Folter, welchem Zweck seine seine dreizehn Flüge, im Bundesheer-Düsenjet Saab 105, gedient hatten. Im entsprechenden Heeres-Erlass heißt es wörtlich: "Die Bereitstellung eines Militärluftfahrzeuges als Transportmittel für Personen kann nur erfolgen, wenn dies aus dienstlichen, insbesondere aber aus zeitlichen Gründen erforderlich ist."

In einer parlamentarischen Anfragebeantwortung, die "profil" exklusiv vorliegt, nennt Platter nun die Gründe für seine Flüge. Allein: Platters Auskunft wirft mehr Fragen auf, als sie Antworten gibt. So nennt Platter folgende Termine: Die "Eröffnung Sonderausstellung Kramsach" die laut "Tiroler Tageszeitung" ja "Tirols Beitrag zur Weltraumfahrt" dokumentierte und an den Wochenenden jeweils vier Stunden geöffnet war. Außerdem ein "Edelweisskonzert" der Militärmusik - allerdings flog Platter bereits am Freitag nach Innsbruck, das Konzert begann laut Bundesheer-Website erst am Samstag (20 Uhr). Auch die Verhandlungen über die Übersiedlung des Militärspitals von Innsbruck nach Schwaz waren so dringend, dass an einem Samstag ein Flieger nach Tirol startete. Die "Krone" notierte übrigens für einen anderen Flug-Tag: "Nach der Pressekonferenz in Wien ging's per Dienstwagen zu den Tiroler Pionieren."

Die Opposition hatte vermutet, Platter hätte sich zwischen Wien (Büro) und Tirol (Heimat) privat hin- und herfliegen lassen. Kosten pro Flugstunde: 5.800 Euro.

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