Wr. Jugendanwalt: Jugendschutz rückt in den Mittelpunkt des öffentlichen und politischen Interesse

Alkoholkonsum von Jugendlichen, Gewaltvideos und Computerspiele als wichtige Jugendschutzbereiche werden intensiv diskutiert

Wien (OTS) - Der Wr. Jugendanwalt Anton Schmid zeigt sich darüber erfreut, dass der Jugendschutz in den Mittelpunkt der politischen und öffentlichen Interessen gerücktist.
Es sei notwendig geworden die einzelnen Bereiche sorgfältig und mit Sachverstand zu diskutieren.

Thema: Alkohol und Jugendliche:
Dass extremer Alkoholkonsum (Kampftrinken etc.) in jungen Jahren ein zunehmendes Übel darstellt ist unbestritten, muss aber vor dem Hintergrund von zweierlei Faktoren gesehen werden. Einerseits sind die vielfältigen Angebote von Billigaktionen von Lokalen zutiefst abzulehnen, hier müsste nach den gegebenen gesetzlichen Möglichkeiten vorgegangen werden und mittels scharfer Kontrollen Maßnahmen gegen jene Lokalbesitzer aufgegriffen werden, die bis zum Entzug der Gewerbeberechtigung gehen sollten. Andererseits ist der Situation Rechnung zu tragen, dass Alkoholkonsum in der peer-group ein weit verbreitetes Phänomen ist, dem man sich durch gezielte Aufklärungsmaßnahmen im Schulbereich, bei Eltern etc. stellen muss.

Thema: Gewaltvideos, Happy Slapping
Auch hier ist es notwendig differenziert vorzugehen. Jugendliche die mit Handyaufnahmen Körperverletzungen und sexuelle Übergriffe filmen und (übers Internet) verbreiten sollten mit aller Strenge und mit dem Androhen von strafrechtlichen Maßnahmen zu Vernunft gebracht werden. Andererseits ist der reine Besitz von Gewaltspielen und Gewaltvideos noch keine Katastrophe, sondern bedarf auch einer intensiven Auseinandersetzung mit den Jugendlichen zu dieser Thematik.

Thema: Gewalt bei PC- Spielen

Dieses Thema wird leider allzu oft mit vermeintlicher Steigerung von Jugendgewalt in Verbindung gebracht. Tatsache ist, dass es noch keine langfristigen Untersuchungen gibt, die eine Persönlichkeitsveränderung bei dieser fast nur von Burschen favorisierter Freizeitgestaltung belegt. Sehr wohl weiß man, dass kurzfristig nach intensiven Gewaltspielekonsum eine Gewaltbereitschaftssteigerung vorhanden ist. Daher begrüßt Schmid auch den 4 Parteienantrag des Wr. Landtages zu einer näheren Auseinandersetzung mit geeigneter Kennzeichnungen der Spiele.

In all den oben erwähnten Bereichen sei aber vorerst auch festzustellen, dass die Erwachsenenwelt nichts unterlässt, um als schlechtes Vorbild für die Jugendlichen dazustehen. Alkohol und Gewalt sind nach wie vor zwei massive integrierte Bestandteile unserer Gesellschaft, so Jugendanwalt Schmid.

"Alle die mit Alkohol und Gewalt Geld von Jugendlichen verdienen -und das nicht wenig - sollten durch klare Stellungnahmen der Gesellschaft ins Abseits gedrängt werden und sich um andere Formen des Geldverdienens umsehen", schloss Schmid

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Kinder- & Jugendanwaltschaft Wien
Herr Dr. Anton Schmid - Wr. Jugendanwalt
Tel: (++43-1) 1708
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