Vana: Stopp dem Missbrauch von PraktikantInnen als Billigarbeitskräfte

Grüne fordern PflichtpraktikantInnengesetz

Wien (OTS) - "Immer mehr junge und gut ausgebildete Menschen sehen sich genötigt, prekäre Beschäftigungsverhältnisse einzugehen, um der Arbeitslosigkeit zu entgehen", sagt Stadträtin Monika Vana von den Grünen Wien anlässlich des europäischen PraktikantInnen-Tages am 1. April. Vana fordert den Erlass eines PflichtpraktikantInnengesetzes:
Durch Mindestlohn, Vollversicherung und Arbeiterkammerzugehörigkeit sollen PraktikantInnen sozial abgesichert und Ausbildungsstandards festgeschrieben werden.

Vana: "Viele Praktikas haben mit dem Hineinschnuppern in die Berufswelt nichts mehr zu tun. Statt dessen umgehen Unternehmen damit richtige Anstellungen." Für Vana besteht daher Handlungsbedarf für bessere arbeits- und sozialrechtliche Standards für Praktikums-Arbeitsplätze. "Es braucht schärfere Definitionen, um die stattfindenden Umgehungen zu verhindern und PraktikantInnen nicht mittels falschen Versprechungen als sehr billige Arbeitskräfte zu missbrauchen."

Europaweit wird ein Anstieg des "PraktikantInnen-Arbeitsmarktes" verzeichnet. Dieser zeichnet sich durch ein extrem hohes Qualifikationsniveau, flexibelste Arbeitszeiten, niedrige Sozialstandards und geringe bis gar keine Entlohnung aus. Weil aufgrund der niedrigen Bezahlung keine oder kaum Steuern abgeführt werden, entgehen dem Staat wichtige Einnahmen während gleichzeitig Unterstützungsleistungen steigen.

Vana weist auf die ersten Ergebnisse der Studie "Arbeit ohne Wert?" der Plattform Generation Praktikum, die anlässlich des europäischen PraktikantInnen-Tages 2007 veröffentlicht wurden, hin. Die Studie zeigt, dass immer mehr reguläre Vollwert-Arbeitsstellen mit PraktikantInnen besetzt werden, Tendenz steigend. Bereits die Hälfte der HochschulabsolventInnen absolviert ein oder mehrere Praktika nach ihrem Abschluss. Frauen sind stärker betroffen als Männer.

Vana: "Die Ausbeutung von jungen BerufseinsteigerInnen sind keine Einzelschicksale, sondern ein politisches und gesellschaftliches Problem. Es betrifft nicht nur eine ganze Generation junger Menschen, sondern in weiterer Konsequenz alle Erwerbstätigen. Wir Grünen sind gegen die Aushöhlung des Arbeitsrechts durch BilligpraktikantInnen."

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