Aida-Konflikt: Kaske kündigt weitere Aktionen an

Rund 150 TeilnehmerInnen protestierten heute vor der Aida-Zentrale

Wien (vida/ÖGB) - "Wir sind jederzeit zu Gesprächen mit der Aida-Geschäftsleitung bereit. Aber wenn die Arbeitgeberseite nicht einlenkt, werden wir unsere Aktionen steigern. Heute ist erst der Beginn", stellte vida-Vorsitzender Rudolf Kaske bei der heutigen Solidaritätskundgebung für die Aida-Beschäftigten klar. An der Kundgebung vor der Aida-Zentrale im 21. Wiener Bezirk nahmen rund 150 Menschen teil. Die Konditorei-Kette Aida hat für die Beschäftigten in den Filialen mit Anfang März den Kollektivvertrag gewechselt. Daraus ergeben sich für die Beschäftigten massive finanzielle Nachteile. Die Gewerkschaften vida und Metall-Textil-Nahrung versuchen seit Wochen in Verhandlungen mit der Geschäftsleitung die massiven Lohneinbußen für die Beschäftigten abzuwenden, doch die Aida Geschäftsleitung setzt auf eine Hinhaltetaktik und hat den Beschäftigten neue Arbeitsverträge mit unzumutbaren Verschlechterungen vorgelegt.++++

"Wir stehen hier vor der rosa Zuckerlwelt", verwies Kaske bei der Kundgebung auf die Aida-Zentrale, "aber es braut sich eine grausliche Melange zusammen." Die Beschäftigten in den Aida-Filialen, großteils Frauen, die zwischen 900 und 1200 Euro verdienen, sind mit massiven Verschlechterungen ihrer Arbeitsbedingungen und Lohneinbußen konfrontiert. "Das werden wir nicht hinnehmen", sagte Kaske. "Wir werden die Aida-Beschäftigten bei der Betriebsratswahl, die am 12. April stattfindet, unterstützen. Und wir unterstützen sie auch im Kampf gegen die Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen." Sollte die Geschäftsleitung nicht einlenken, werden GewerkschafterInnen in den kommenden zwei Wochen die Konsumentinnen und Konsumenten vor den Aida-Filialen über den Umgang der Aida-Geschäftsleitung mit den Beschäftigten informieren, so Kaske.

Auch einige "Schmankerl" aus den neuen Arbeitsverträgen der Aida-Beschäftigten wollte Kaske den TeilnehmerInnen der Kundgebung nicht vorenthalten. Viele MitarbeiterInnen, die seit 20 Jahren bei Aida beschäftigt seien, würden nun "sanft genötigt", sagte der vida-Vorsitzende, "die neuen Arbeitsverträge zu unterschreiben". Darin stehe unter anderem, dass es dem Arbeitgeber vorbehalten bleibe, die ArbeitnehmerInnen in anderwärtigen bestehenden und künftigen Arbeitsstätten einzusetzen; sie haben sich damit einverstanden zu erklären, dass sie vorübergehend auch geringer wertige Tätigkeiten auszuüben haben.

Weiters sei in den neuen Verträgen vermerkt, dass die ArbeitnehmerInnen mit einer jederzeitigen Änderung der Arbeitszeiten einverstanden sein müssten; es sollen keine Zuschläge für Überstunden mehr ausbezahlt werden, ebenso wenig für Sonntagsarbeit. Eine Abgeltung soll nach den Plänen der Geschäftsleitung nur mehr per Ersatzruhezeit bzw. Zeitausgleich erfolgen. Weitere Bedingungen, die den Beschäftigten der Aida-Filialen abverlangt werden: noch vor Beginn der Anstellung ist für das rosa Arbeitsgewand eine Kaution zu hinterlegen.

Auch einen 13-wöchigen Durchrechnungszeitraum für Überstunden verlangt die Geschäftsleitung nun. Robert Maggale, zuständiger Fachgruppensekretär, dazu: "Ich bin froh, dass es ab 12. April einen Betriebsrat gibt. Denn dann ist eine Durchrechnung nur mehr nach der Verhandlung einer Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat möglich."

Bevor die Kundgebung mit einem minutenlangen Pfeifkonzert endete, stellte Kaske abschließend klar: "Wir wollen ordentliche Löhne und faire Arbeitsbedingungen für die Aida-Beschäftigten. Auf die Dienstverträge, die derzeit geboten werden, pfeifen wir."

ÖGB, 30. März 2007 Nr. 226

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