APA-OTS Politikportalanalyse: Doppeltes Defizit

Innsbruck/Wien (OTS) - Das Innsbrucker MediaWatch Institut
erstellt im Auftrag von APA-OTS wöchentlich ein Top-30 Ranking der meist genannten PolitikerInnen in den österreichischen Tageszeitungen. Im aktuellen Untersuchungszeitraum (23. bis 29. März 2007) findet sich Bundeskanzler Alfred Gusenbauer wiederum auf Platz eins, mit 477 Nennungen verzeichnet er allerdings eine deutlich geringere mediale Präsenz im Vergleich zur Vorwoche (744 Nennungen). Vizekanzler und Finanzminister Wilhelm Molterer belegt mit 409 Nennungen den zweiten Rang, Infrastrukturminister Werner Faymann (373 Nennungen) folgt auf Platz drei.

Top-Thema in der aktuellen Untersuchungswoche stellte das Doppelbudget für 2007/2008 dar. Sowohl Bundeskanzler Gusenbauer als auch Vizekanzler Molterer verzeichnen zu diesem Thema die meisten ihrer Nennungen in den österreichischen Medien. Aufgrund der guten Konjunkturlage wird das Haushaltsdefizit zwar geringer als ursprünglich angenommen ausfallen, was Finanzminister und Bundeskanzler als "modern" und "zukunftsorientiert" bezeichneten. Wirtschaftsforscher kritisieren das allerdings. Wegen des guten Wirtschaftswachstums und der hohen Steuereinnahmen müsse zumindest ein Nulldefizit, wenn nicht gar ein Überschuss erreicht werden, so die Experten. Der Bundeskanzler konnte sich außerdem in Zusammenhang mit den Feiern zum 50-jährigen Bestehen der Europäischen Union in den Medien positionieren, an denen er als einer der 27 Staats- und Regierungschefs der EU teilnahm. Wichtigstes Thema bei den Feierlichkeiten in Berlin war die europäische Verfassung. Gusenbauer bekannte sich zum Verfassungsvertrag und unterstütze den Fahrplan aus der Verfassungskrise von Ratsvorsitzender Angela Merkel. Ein weiteres Thema des Bundeskanzlers in der aktuellen Untersuchungswoche waren die Spekulationen um die Nachfolge von Staatsoperndirektor Ioan Holender. Der Bundeskanzler führte diesbezüglich Gespräche mit möglichen Kandidaten, womit er laut verschiedener Medien den Eindruck erweckte, die Bestellung sei "Chefsache". Das veranlasste Kulturministerin Claudia Schmied (Rang acht, 169 Nennungen) zu der Klarstellung, sie würde sich bei der Besetzung des neuen Staatsoperndirektors "nicht hineinreden lassen". Wichtiges Thema der dieswöchigen Politik-Berichterstattung waren auch die von Finanzminister Wilhelm Molterer und Verkehrsminister Werner Faymann vorgestellten Investitionen in den österreichischen Infrastruktur-Ausbau. Bis 2010 sollen im Rahmen des "größten Infrastrukturpaketes, das je in einer Regierungsperiode vorgelegt wurde" elf Milliarden Euro investiert werden.

Unter den Top-five im Politiker-Ranking sind außerdem Verteidigungsminister Norbert Darabos (Platz vier mit 314 Nennungen) mit dem Dauer-Thema Eurofighter und der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (Platz fünf mit 254 Nennungen), zu Auseinandersetzungen innerhalb der FPÖ, vor allem bezüglich des EU-Abgeordneten Andreas Mölzer (Neueinstieg auf Rang 18 mit 101 Nennungen), vertreten.

Weitere Neueinstiege in das Top-30 Politikerranking in der aktuellen Untersuchungswoche unter anderen: Maria Berger, SPÖ (Rang 19, 100 Nennungen), Johannes Hahn, ÖVP (Rang 22, 90 Nennungen) und Maria Fekter, ÖVP (78 Nennungen, Rang 26).

Die ÖVP stellt in dieser Woche 13 PolitikerInnen unter den Top 30, die SPÖ nimmt neun Positionen ein, das BZÖ drei, die FPÖ zwei. Die Grünen sind mit einem Politiker vertreten (Peter Pilz mit 164 Nennungen auf Rang 9), mit Ewald Stadler (Rang 21, 94 Nennungen) findet sich auch ein parteiloser Politiker im Ranking. Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl belegt mit 64 Nennungen Platz 30.

MediaWatch analysiert im Auftrag von APA-OTS die Präsenz österreichischer Politiker in der Berichterstattung der heimischen Tageszeitungen. Das wöchentlich aktualisierte Ranking ist über das OTS-Politikerportal http://www.politikportal.at kostenlos abrufbar.

Die kompletten Daten und alle bisherigen Analysen sind über den kostenpflichtigen Service http://www.defacto.at erhältlich (Download über den Link "Alle Analysen" am unteren Ende des Rankings).

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