Bauwirtschaft braucht ausländische Fachkräfte

Bundesinnungsmeister Lahofer drängt auf rasche Öffnung des Arbeitsmarktes - Es fehlen bis zu 8.000 Bauarbeiter

Wien (PWK240) - Angesichts der positiven Entwicklung der Baukonjunktur - die jüngste Euroconstruct-Prognose geht in den nächsten drei Jahren für Österreich von einem Wachstum der Bauproduktion von jährlich 3% aus - herrscht ein akuter Mangel an Bau-Fachkräften.

Dieser an sich erfreuliche Konjunkturausblick bedeutet einen Anstieg des Produktionswertes im Bauhauptgewerbe um 400 Millionen und in der gesamten Wirtschaftsklasse Bau um rund 900 Millionen Euro jährlich. Der so ausgelöste Zusatzbedarf an 8.000 Bauarbeitern kann nach Berechnungen der Bauinnung jedoch ohne die Zulassung von Fachkräften aus dem Ausland nicht annähernd abgedeckt werden.

Allein den jährlich im Bauhauptgewerbe durch Pensionierung, Jobwechsel u. dgl. ausscheidenden 2.000 Facharbeitern stehen 1.200 Neuzugänge durch Absolventen einer Lehre Maurer, Schalungsbauer, Tiefbauer gegenüber. Der restliche Bedarf muss durch Nachqualifizierung oder mit ausländischen Fachkräften abgedeckt werden. Dabei reicht es auch nicht aus, dass durch die breit angelegte Lehrlingskampagne www.bauaufbau.at Baugewerbe und Bauindustrie in den letzten drei Jahren die Zahl der Lehrlinge um insgesamt 10% steigern konnten.

Entgegen der Ansicht von Arbeitnehmervertretern sei durch den Einsatz von Langzeitarbeitslosen dem Fachkräftemangel wegen der eingeschränkten Eignung und Motivation derselben jedoch kaum beizukommen, berichtet Lahofer aus der praktischen Erfahrung.

Die Bundesinnung drängt nun auf eine rasche bedarfsorientierte Zulassung von ausländischen Bauarbeitern, bevor sich die Kapazitätsmängel in weiten Teilen der Bauwirtschaft als Konjunkturbremse bemerkbar machen. Sollte der Arbeitsmarkt trotz guter Auftragslage ausländischen Bauarbeitern weiterhin versperrt bleiben, erwarten Experten zudem eine neuerliche Zunahme von illegaler Erwerbstätigkeit und Pfusch, die auch dank der Bemühungen des Baugewerbes zuletzt leicht rückläufig waren. "Der Mangel an geeigneten regulären Arbeitskräften leistet vor allem den Scheinselbständigen Vorschub, die sich besonders in Wien bereits zu Tausenden tummeln!", ärgert sich Lahofer. "Illegale Beschäftigte und ausländische Scheinselbständige verursachen nicht nur Lohndumping, sie verzerren auch den Wettbewerb und schädigen die Allgemeinheit durch Hinterziehung von Abgaben und Steuern. Die Politik sollte seriöserweise lieber Ausländern in arbeitsrechtlich geordneten Verhältnissen den Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen, als sehenden Auges Umgehungskonstruktionen in Kauf zu nehmen."

In Anbetracht der demografischen Entwicklung - die Zahl der Lehranfänger wird zwischen 2009 und 2017 um 15% zurückgehen, während jene der Pensionierungen überproportional ansteigt - erwarten die Bauunternehmen ohne nachhaltige politische Maßnahmen eine empfindliche Zuspitzung des Facharbeitermangels. (us)

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