Pneumokokken - eine unterschätzte Gefahr?

WHO empfiehlt Aufnahme der Pneumokokkenimpfung für Kleinkinder und Säuglinge in nationale Impfprogramme

Wien (OTS) - Aufgrund von Pneumokokken sterben jedes Jahr zwischen 800.000 bis eine Million Kinder an Lungenentzündungen und Meningitis weltweit. Sie sind die häufigste Todesursache bei Kindern unter fünf Jahren. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt deshalb eine Aufnahme des PCV-Impfstoffes in sämtliche nationale Kinderimpfprogramme weltweit. +++

Derzeit ist in Österreich die Pneumokokkenimpfung mit dem einzig immunologisch wirksamen Konjungatimpfstoff nur für Risikokinder in den ersten beiden Lebensjahren kostenlos erhältlich. Etwa 90 Prozent der österreichischen Kinder sind deshalb nicht gegen Pneumokokken geimpft und somit dem Risiko einer Pneumokokkeninfektion ausgesetzt. Im europaweiten Vergleich zählt Österreich zu den letzten Ländern, die den PCV-Impfstoff noch nicht in die Reihe der kostenlosen Kinderimpfungen aufgenommen haben, obwohl Pneumkokken auch in Österreich ein häufiger Erreger invasiver Infektionen ist.

Infektionsgefahr für Kinder und Großeltern

In Österreich werden jährlich über 70.000 Kinder geboren, die alle potentiell an einer Pneumokokkeninfektion erkranken könnten. Davon sind in etwa 10 Prozent Risikokinder, bei denen die Kosten des Impfstoffs derzeit bereits durch die Rückerstattung gesichert sind. Ein Großteil der in Österreich geborenen Kinder wird somit nicht geimpft. Diese Kinder können trotzdem selbst an einer Pneumokokkeninfektion erkranken bzw. Träger und Überträger sein. Damit können sie jederzeit andere Kinder, aber auch ältere Menschen z.B. Großeltern, für die eine Infektion ebenfalls gefährlich ist, mit diesem Erreger anstecken.

WHO empfiehlt Aufnahme in alle Impfprogramme

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt deshalb eine weltweite Aufnahme des PCV-Impfstoffes in sämtliche nationale Kinderimpfprogramme. Diese Empfehlung wurde auch aufgrund der Verträglichkeit und guten Effektivität des Impfstoffes getroffen. In Europa kommt es nahezu in allen Staaten zu einer Rückerstattung der Impfkosten. In Österreich hat sich das Gesundheitsministerium aber noch immer gegen eine Rückerstattung der Kosten für alle Kinder ausgesprochen. Eine Entscheidung, die Mag. Christoph Sauermann, Geschäftsführer von Wyeth Pharma GmbH Österreich nicht nachvollziehen kann. Im Rahmen einer österreichischen Studie wurden Pneumokokken-Infektionen analysiert, die invasive Pneumokokkenerkrankungen (wie Meningitis und Sepsis) verursachten. Im Zeitraum von zwei Jahren (Februar 2001 bis Jänner 2003) erkrankten 77 Kinder im Alter von null bis fünf Jahren. Vier der erkrankten Kinder starben an Meningitis und eines an einer Pneumokokken Bakteriämie. "Durch die Impfung kann das Risiko an diesen lebensgefährlichen Infektionen zu erkranken, reduziert werden", erklärt Sauermann. Auch die WHO versichert die medizinische Effektivität des PCV-Impfstoffes. Die österreichische Studie belegt weiters die Wirksamkeit des sieben valenten Pneumokokken-Impfstoffes und bestätigt eine Serogruppenabdeckung von 85 Prozent. Für Sauermann ist die Aufnahme des Impfstoffes in den österreichischen Kinderimpfplan längst überfällig und spricht sich daher für eine rasche Realisierung der WHO-Empfehlung auch in Österreich aus.

Risikogruppe Kinder

Pneumokokken sind Bakterien, die im Bereich der Atemwege des Menschen angesiedelt sind und durch Tröpfcheninfektion übertragen werden können. Grundsätzlich kann jeder Mensch an einer Pneumokokken-Infektion erkranken, jedoch zählen Kinder, neben Senioren und immunschwachen Personen, zur Risikogruppe. Besonders Frühgeborene, Kleinkinder mit Immundefekten oder chronischen Krankheiten, Kinder und Säuglinge mit niedrigem Geburtsgewicht und Gedeihstörungen unterliegen einem stärkeren Erkrankungsrisiko. Pneumokokken können vor allem bei Kleinkindern Mittelohrentzündung verursachen, wobei eine gefürchtete Komplikation der Mittelohrentzündung die Gehirnhautentzündung (Meningitis) ist. Sie kann als Folgekrankheit einer Mittelohrentzündung entstehen oder direkt durch Pneumokokkenbakterien verursacht werden. Meningitis ist eine besonders schwerwiegende Erkrankung und kann sich innerhalb weniger Stunden stark ausbreiten und sogar zum Tode führen. Lungenentzündung (Pneumonie) und Blutvergiftung (Sepsis) kann ebenfalls durch Pneumokokken verursacht werden.

Die Pneumokokken-Impfung ist daher als präventive Maßnahme besonders wichtig. "Aufgrund der hohen Erkrankungsinzidenz der unter einjährigen ist vor allem eine möglichst frühzeitige Prävention zu empfehlen", erklärt Mag. Sauermann. "Ich hoffe, dass auch Österreich bald den Empfehlungen der WHO nachkommt und den Impfstoff für alle österreichischen Kinder kostenlos zur Verfügung stellen wird. Durch die generelle Durchimpfung aller Kinder in Österreich könnten auch bei den bis dato nicht geimpften Kindern eine Vielzahl an Infektionen, die durch Pneumokokken verursacht werden können, wie Meningitis, Sepsis und Otitis Media, verhindert werden", konstatiert der Geschäftsführer.

Weitere Informationen zum Thema Pneumokokkeninfektionen finden Sie unter www.impfwelt.at

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