Konflikte am Arbeitsplatz nehmen zu: Konstruktive Lösungen zu finden ist im Interesse aller!

Linz (OTS) - In Oberösterreichs Betrieben kommt es zunehmend zu Konflikten.
Über Ursachen und Lösungen diskutierte heute, Freitag, in Linz eine Runde aus Experten/-innen, Führungskräften und Arbeitnehmervertretern/-innen vor knapp 180 Interessierten. Fazit:
Konflikte im Betrieb gehören gelöst, bevor sie enormen Schaden anrichten!

Krankheit, Depression auf der einen Seite - sinkende Produktivität auf der anderen: über die schwerwiegenden Folgen von Konflikten im Betrieb waren sich bei der Fachtagung "Was tun, wenn’s kracht? -Konstruktive Konfliktregelung im Betrieb", zu der Arbeiterkammer, ÖGB, Wirtschaftskammer und Betriebsseelsorge OÖ eingeladen haben, alle einig.

Dr. Jörg Flecker, wissenschaftlicher Leiter der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA) wies darauf hin, dass die Ursachen für Konflikte - nämlich gesellschaftliche und organisatorische Spannungen - zunehmen. Kapitaleigner/-innen wollen höhere Renditen sehen, der Druck auf die Unternehmen und damit auf die Beschäftigten nimmt zu. Eine konstruktive Verarbeitung von Spannungen untereinander wird damit schwieriger.

Für Dr. Michael Zumtobel, Wirtschaftsmediator, sind Konflikte im Betrieb Warnsignale und fast immer ein Indiz für den Bedarf nach Veränderung. Vor diesem Hintergrund sind Konflikte gleichzeitig die Chance auf Weiterentwicklung für alle Beteiligten. Konfliktlö-sung mit dem Ziel, eine win-win-Situation herzustellen, erfordert aber jedenfalls eine konstruktive Zusammenarbeit aller beteiligten Personen. Ratsam ist daher eine direkte Auseinandersetzung mit der Situation etwa durch offene Gespräche.

Dr. Manfred Polzer, stellvertretender Direktor der AK OÖ, setzt auf präventive Maßnahmen. Konflikte lassen sich durch ein gutes Betriebsklima in vielen Fällen vermeiden - durch Wertschätzung untereinander und angstfreie Kommunikations- und Führungskultur. Eine große Rolle spielt außerdem die betriebliche Gesundheitsförderung, bei der auch die Arbeitsbedingungen ein wichtiges Thema sind. Die AK OÖ unterstützt hier mit umfassender Information, Seminaren und kompetenter Beratung.

Mag.a Ulrike Rabmer-Koller, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer OÖ, setzt beim Thema "Konflikte im Betrieb" vor allem auf Sensibilisierung. Den Unternehmen soll bewusst gemacht werden, dass Konflikte am Arbeitsplatz negative Folgen für Betrieb und Beschäftigte haben. Ein schlechtes Betriebsklima führt verstärkt zu krankheitsbedingten Ausfällen, zu Demotivation und damit zum Sinken der Produktivität. Auseinandersetzungen im Betrieb müssen konstruktiv ausgetragen werden.

Wilhelm Vieböck, Bischofsvikar, erinnerte daran, dass Wirtschaft nicht nur sachgerecht, sondern auch menschen- und gesellschaftsgerecht sein muss. "Gute Arbeit" bietet ein angemessenes Einkommen und respektiert menschliche Fähigkeiten und Menschenwürde. Die Diözese Linz hilft hier durch die Arbeit der Betriebsseelsorge "mensch & arbeit", des "Bildungshauses Betriebsseminar" oder durch die Mobbing-Hotline für Betroffene.

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