Computerhersteller im "Konsument"-Ethik-Test

Einige Firmen zeigen hohes Engagement in Ethik-Fragen. Aber: Es mangelt an der Umsetzung.

Wien (OTS) - Zwischen der offiziellen CSR-Unternehmenspolitik der großen Computerhersteller und der täglichen Praxis in den Produktionsbetrieben herrscht eine große Diskrepanz. Auch wenn Ethik in der Konzernzentrale groß geschrieben wird, kommt es zu Missständen in den Werken. So lautet das Fazit des aktuellen Ethik-Tests der Zeitschrift "Konsument", bei dem im Rahmen eines europäischen Gemeinschaftsprojektes acht große Computerfirmen untersucht wurden. Das meiste Engagement in puncto gesellschaftlicher Verantwortung zeigen "Hewlett Packard" (HP), "Fujitsu Siemens" und der Weltmarktführer "Dell". Aber: Auch in diesen Fällen hapert es mit der Umsetzung.

Die Unternehmensbefragung zeigt, dass die Computerindustrie die Bedeutung gesellschaftlicher Verantwortung mehrheitlich erkannt hat. Sechs der acht Unternehmen haben sich und ihren Zulieferbetrieben -im Schnitt werden 75 Prozent der Produktion in unternehmensfremden Werken erstellt - einen freiwilligen Verhaltenskodex auferlegt. Allerdings, so das Ergebnis der Vor-Ort-Untersuchung in China, Thailand und auf den Philippinen: Eine systematische Überprüfung, ob die Zulieferbetriebe diese Standards auch tatsächlich einhalten, gibt es nicht. Zwar wurden mit Ausnahme eines Falles in China in keiner Fabrik Hinweise auf Kinderarbeit gefunden, Verletzungen der Mindeststandards wie etwa der Zwang zu Überstunden, ungenügender Schutz gegen gefährliche Chemikalien oder Unterschreitung des Mindestlohnes stehen aber an der Tagesordnung. Noch drastischer stellt sich die Situation für die Arbeitnehmer von Sublieferanten dar, die sich der Kontrolle durch den Auftraggeber weitgehend entziehen.

Das Ergebnis der Vor-Ort-Untersuchung in 24 Werken endete sehr ausgeglichen: Alle Computerkonzerne kommen mit einem durchschnittlichen Ergebnis davon, wobei das Engagement in China am schlechtesten beurteilt wurde. Die Ausgewogenheit ergibt sich vor allem daraus, dass die Zulieferbetriebe durchwegs für mehrere Computerfirmen tätig sind.

Besser als die Anstrengungen im Sozialbereich werden die Umweltmaßnahmen bewertet. Bis auf "Packard Bell" haben alle Unternehmen Programme zur Reduktion von Energieverbrauch, Materialeinsatz bzw. gefährliche Substanzen umgesetzt.

In der Gesamtwertung schneiden "HP", gefolgt von "Fujitsu Siemens" und "Dell" am besten ab. Den großen Vorsprung verdankt "HP" vor allem seiner Informationsfreudigkeit - das Unternehmen informiert als einziges ungeschönt über Audits und Korrekturmaßnahmen. "Apple", die Marke mit der größten Fangemeinde, ist in Sachen Ethik dagegen nur Mittelmaß. Das Schlusslicht "Packard Bell" stellt keinerlei Informationen bezüglich gesellschaftlicher Verantwortung zur Verfügung.

Über Details zur gesellschaftlichen Verantwortung der Computerindustrie informieren die April-Ausgabe der Zeitschrift "Konsument" und das Onlineportal www.konsument.at.

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