Ärztekammer begrüßt Verlagerung von medizinischen Leistungen in den Niedergelassenen Bereich

Wien (OTS) - "Wir Ärzte begrüßen den Vorstoß der neuen Gesundheitsministerin, mehr ärztliche Leistungen in den niedergelassenen Bereich zu verlagern. Das Ziel eines 24-Stunden-Dienstes im Niedergelassenen Bereich, stellt allerdings das Ende der Entwicklungen und nicht den Anfang dar." so heute Dr. Lothar Fiedler, Präsident der Niederösterreichischen Ärztekammer.

Gesundheitsministerin Kdolsky hat angekündigt mehr Leistungen aus den Spitalsambulanzen in den Niedergelassenen Bereich verlagern zu wollen. Sie verband diese Verlagerung jedoch mit einem 24-Stunden-Dienst auch in Ordinationen. "NÖ hat als Vorreiterland bereits seit längerem einen flächendeckenden 24-Stunden-Dienst für die Patienten eingerichtet. So gibt es während der Wochentagsnachtstunden von 19 Uhr abends bis 7 Uhr früh einen Niederösterreichweit geregelten ärztlichen Bereitschaftsdienst über die Rufnummer 141. Auch an Wochenenden und Feiertagen existiert seit vielen Jahren durch die Hausärzte eine Regelung, welche die medizinische die Versorgung vor Ort sicherstellt." erklärt der Chef der Niedergelassenen Ärzte in der NÖ Ärztekammer, Dr. Johann Jäger. "Diese Struktur hat sich als vorbildlich erwiesen, wenngleich wir Ärzte in diesem Bereich vielfach in Vorleistungen getreten sind. Wir hoffen nun, dass die versprochenen Strukturänderungen der Gesundheitsministern jene Verbesserungen herbeiführen, die wir Niedergelassenen Hausärzte uns schon lange wünschen."

Der Ärztevertreter spricht vor allen Dingen von der Möglichkeit der Anstellung von Ärzten bei Ärzten, sowie die Schaffung von Gruppenpraxen mit Kassenvertrag. Dr. Jäger: "Könnten wir Ärzte gemeinsam unter einem Kassenvertrag arbeiten, so wäre es möglich, dass einer von uns in der Ordination die Patienten versorgt, während der Kollege gleichzeitig Hausbesuche, Visiten bzw. Notfallseinsätze absolviert. Derzeit muss ja in so einem Fall die Ordination geschlossen werden bzw. die Ordinationszeiten entsprechend unterschiedlich gestaltet werden."

Die Ärztevertreter würden sich auch wünschen, dass endlich Wahlärzte in kassenärztlichen Ordinationen mitarbeiten dürften. Präs. Dr. Fiedler: "Speziell im Facharztbereich hätten wir großen Bedarf einer Einbindung der zahlreichen Wahlärzte. Auf diese Art könnten gezielt Leistungen aus den Ambulanzen in die Ordinationen verlagert werden, was nicht nur für die Patienten eine wohnortnahe Betreuung bedeutete, sondern auch zu einer Verkürzung der Anfahrts- und Wartezeiten für ambulante Leistungen führen könnte."

Die Notwendigkeit einer fachärztlichen 24-Stunden-Versorgung in allen Fächern sieht der Ärztekammerpräsident als nicht gegeben an. Fiedler: "Gerade in jenen Fächern in dem die Facharztdichte nicht so hoch ist, wie beispielsweise im Bereich der Augenheilkunde, der Dermatologie oder auch der HNO-Ärzte, ist die Notwendigkeit eines 24-Stunden-Bereitschaftsdienstes nicht gegeben. Als Ärztekammer würden wir uns in diesem Bereich eine verbesserte Zusammenarbeit, vor allen Dingen auch in Hinblick auf Bereitschaftsdienste mit den Krankenhäusern wünschen." Der Ärztechef weist in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass gerade in Fächern wie beispielsweise der Dermatologie, Notfälle die ein sofortiges Einschreiten notwendig machen, praktisch nie vorkommen und dafür das Aufrechterhalten eines 24-Stunden-Bereitschaftsdienstes in den Facharztordinationen keine zielführende Lösung wäre. Fiedler: "Viel wichtiger wäre es endlich einmal die jahrelangen Forderungen der Ärzteschaft nach Gruppenpraxen mit sinnvollen Kassenverträgen, die Anstellungsmöglichkeit von Ärzten bei Ärzten und Zusammenarbeitsformen mehrerer Ärzte mit einem Kassenvertrag zu ermöglichen. Genau dies würde jene Effekte erzielen, die sich die österreichischen Gesundheitspolitiker schon seit langem wünschen. Wir Ärzte werden jedenfalls die Ministerin bei der Umsetzung derartiger Bestrebungen unterstützen und ihr gleichzeitig Modelle aufzeigen, die einen vernünftigen Bereitschaftsdienst auf Basis der vorhandenen Strukturen und eingefahrenen Modelle auch medizinisch sinnvoll und umsetzbar macht." so der Ärztechef abschließend.

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