Ärztekammer pocht auf rigoroses Rauchverbot in Lokalen

Freiwillige Selbstverpflichtung von Nichtraucher-Bereichen ist gescheitert - Dorner: "Nun keine halbherzigen Kompromissvorschläge mehr"

Wien (OTS) - "Freiwillige Verpflichtungen bringen überhaupt
nichts. Was endlich kommen muss. ist ein komplettes Rauchverbot in Österreichs Lokalen." So unmissverständlich kommentiert der Präsident der Ärztekammer für Wien, Walter Dorner, die nun bekannt gewordene Zwischenbilanz der Kontrollore des Gesundheitsministeriums, die seit Anfang Februar die freiwillige Verpflichtung der Gastronomie, Nichtraucher-Bereiche in den Lokalen einzurichten, überprüfen. Die Ärztekammer hat von Anfang an gefordert, dem Beispiel anderer EU-Länder zu folgen und Lokale auch in Österreich komplett rauchfrei zu gestalten. ****

Das Bestreben hinsichtlich freiwillig einzurichtender Nichtraucher-Bereiche ist für Dorner dabei nichts anderes als ein "geschickter Schachzug der Gastronomie, gesetzliche Verpflichtungen möglichst lang hintanzuhalten". Die Kontrollergebnisse zeigten nun, dass nicht einmal die Minimal-Anforderungen in Bezug auf Nichtraucher-Zonen von den Lokalbetreibern erfüllt werden konnten.

Im Besonderen stört Dorner, dass es nun Nichtraucher-Bereiche gebe, die ihren Namen in keiner Weise verdienten: "Wenn ich jetzt lese, dass in manchen Fällen unbeheizte Kellerräume als Nichtraucher-Zonen ausgewiesen wurden, dann muss ich keine Endergebnisse mehr abwarten, um zu sagen, dass die Bestrebungen der Gastronomie komplett ins Leere gelaufen sind." Man müsse nur einmal durch die Wiener Lokale gehen und sich die Nichtraucher-Bereiche anschauen. "Im besten Fall sind das abgetrennte Zonen im hintersten Winkel, wo alle heiligen Zeiten einmal ein Kellner vorbeischaut." Meist aber würden überhaupt nur einige Tische innerhalb des Lokals als rauchfrei angezeigt werden.

"Was bringt das dem Gast, wenn er zwar auf einem Nichtraucher-Tisch sitzt, zwei Meter daneben aber munter und fröhlich weitergequalmt wird", fragt Dorner, der auch noch andere Beispiele in die Diskussion miteinbringt: "Zeigen Sie mir einmal ein Lokal, etwa mit schöner Aussicht, wo Nichtraucher-Tische direkt vor dem Fenster stehen und nicht im hintersten Bereich, meist neben dem Toiletteneingang." Mit ihrer Aktion einer freiwilligen Verpflichtung von Nichtraucher-Bereichen habe die Gastronomie letztendlich bewiesen, dass es so nicht funktionieren kann.

"Keine halbherzigen Kompromissvorschläge dürfen nun auf den Tisch gelegt werden, sondern klare gesetzliche Vorgaben, die einer modernen Gesundheitsvorsorge entsprechen", fordert Dorner abschließend. (hpp)

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