Bures: Deutliche Aufstockung der Mittel für Interventionsstellen gegen Gewalt

Plus 60 Prozent für den Kampf gegen Gewalt

Wien (SK) - "Wir können und werden den Kampf gegen Gewalt in der Familie aufnehmen", betonte Frauenministerin Doris Bures am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Innenminister Günther Platter. Die neun Interventionsstellen gegen Gewalt in der Familie und die Interventionsstelle für Betroffene des Frauenhandels bekommen allein aus dem Frauenbudget eine substanzielle Aufstockung um 1.098.854 Euro. Das ist ein Plus von 60 Prozent. Der Innenminister wird das nochmals verdoppeln. "Das stellt deutlich dar, dass es von Seiten dieser Regierung null Toleranz bei Gewalt gegen Frauen und Gewalt in der Familie gibt", sagte Bures. Die Mittelaufstockung ist auch als Beitrag zur heurigen Europarats-Kampagne 2007 zur Prävention und Bekämpfung häuslicher Gewalt zu sehen. ****

Im Jahr 2006 haben sich 4.189 Personen (ca. 95 Prozent davon sind Frauen) allein an die Wiener Interventionsstellen gewandt. Österreichweit hat sich die Zahl der Hilfesuchenden in fünf Jahren mehr als verdoppelt: Im Jahr 2001 wurden 4.849 Personen von den insgesamt neun Interventionsstellen betreut, im Jahr 2006 waren es bereits 10.503. Gleichzeitig wurde das Budget der Frauensektion für die Interventionsstellen nur geringfügig, von 1,255 Mio. (2001) auf 1,835 Mio. Euro (2006) erhöht. Das führte natürlich zu Engpässen. "Die Interventionsstellen haben schwere Jahre hinter sich", sprach Bures die finanzielle Situation an. So habe die Wiener Interventionsstelle schlicht und einfach ums Überleben gekämpft. Viele Bezirke waren unbetreut.

Mit der Mittelaufstockung kann sich das nun ändern. Es sei zwar gut, dass die Dunkelziffer sinkt, aber zum anderen heißt das auch, dass das Hilfsangebot nachziehen muss. "Es reicht nicht, die Gewalt aus den vier Wänden herauszuholen, wir müssen dann auch die entsprechende Hilfe anbieten", so Bures. Bei der Mittelaufstockung handle es sich daher "um gut investiertes Geld in die Hilfe und die Unterstützung der vielen weiblichen Opfer sowie in eine Gesellschaft, der ein friedliches Zusammenleben auch etwas wert ist". Und schließlich in die Prävention, denn wo Gewalt unterbunden wird, kann sie sich nicht weiter ausbreiten und Folgegewalt produzieren.

Bures betonte, dass es auch gelte, am Unrechtsbewusstsein anzusetzen. In diesem Zusammenhang nannte sie etwa als Beginn der Gewaltspirale die sogenannte "g'sunde Watsche".

Als weitere Maßnahmen sind auch Schulungen von Bedeutung. Die Frauenministerin lobt in dem Zusammenhang die gute Sensibilisierung der ExekutivbeamtInnen. "Im Justizbereich ist hier noch ein wenig zu machen", meinte Bures.

Auch im Budget des Frauenministeriums ist eine Aufstockung gelungen. Ein Plus von 35 Prozent bedeutet ein Frauen-Budget von 8 Millionen Euro. Ein wesentlicher Teil der verwendeten Mittel fließt in die Interventionsstellen. (Schluss) up

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