Mehr Fairness für Beschäftigte: Verfallsfristen von Überstunden abschaffen!

Linz (OTS) - Jahrelang Überstunden geleistet und dafür kaum Geld bekommen: Wenden sich die Betroffenen dann an die AK, ist es oft zu spät - binnen weniger Monate verfallen die Ansprüche. "Die kurzen Fristen ermuntern Firmen geradezu, Überstundenentgelte zu vergessen", kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Er fordert die Abschaffung dieser Fristen. Eine neue Broschüre informiert Arbeitnehmer-/innen über ihre Rechte am Arbeitplatz.

Mehr als 3.000 Euro waren die Überstunden wert, die eine kaufmännische Angestellte in Linz über mehrere Monate geleistet hat. Geld hat sie dafür von ihrem Arbeitgeber keines bekommen. Aus Angst um den Arbeitsplatz hat die Frau dies auch nicht eingefordert. Erst als sie kündigte, ging sie zur AK, um doch noch zu den offenen Überstundenansprüchen zu kommen. Leider zu spät. Der Großteil des ihr zustehenden Geldes ist der Frist von in diesem Fall vier Monaten zum Opfer gefallen!

Kein Einzelfall, wie AK-Präsident Kalliauer betont: "Jährlich wenden sich zwischen 6000 und 7000 Mitglieder mit diesem Problem an uns. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Die wenigsten wissen, dass Überstunden nur eine gewisse Zeit lang eingefordert werden können." Diese Zeitspanne ist sehr kurz. Viele Kollektivverträge und manche Einzeldienstverträge sehen Verfallsfristen von nicht mehr als drei bis sechs Monaten vor. Dazu kommt: Beschäftigte fürchten oft um ihren Arbeitsplatz und machen Überstunden deshalb erst bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses geltend.

Für Kalliauer ist klar: "Die Verfallsfristen müssen per Gesetz abgeschafft werden - und zwar für alle Lohn- und Gehaltsansprüche." Das wäre ein wichtiger Schritt zu mehr Fairness in der Arbeitswelt. Im Konsumentenrecht ist man hier schon viel weiter: Beim Kauf eines Fernsehgeräts etwa hat man entsprechend der Gewährleistungsfrist immerhin ganze zwei Jahre Zeit, um im Schadensfall sein Geld zurück zu bekommen.

Inzwischen setzt die AK verstärkt auf Information. "Unsere Mitglieder sollen ihre Rechte kennen", betont Kalliauer. Dazu startet in diesen Tagen die fünfteilige Broschüre "Mein Recht am Arbeitsplatz", die dem AK-Report beigelegt ist. Das aktuelle Heft gibt Antworten auf Fragen rund um Überstunden, Arbeitszeit und Arbeitsvertrag. Der AK-Report findet sich in den nächsten Tagen kostenlos in allen oberösterreichischen Postkästen.

Kontakt: Dr.in Sabine Naderer, Tel. 050/6906-2178
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