Plassnik: Verantwortungsvoller Umgang mit der Vielfalt

Außenministerin eröffnet Konferenz "Islam in Europa"

Wien (OTS) - "Die Muslime in Europa stärker und effektiver in
unser Lebensmodell einbeziehen", so fasste Außenministerin Ursula Plassnik die Herausforderung zusammen, vor der heute die europäischen Gesellschaften stehen. Plassnik eröffnete mit ihrer Rede die zweitägige Konferenz "Islam in Europa", die mit Unterstützung des Außenministeriums an der Diplomatischen Akademie Wien stattfindet.

"Islam in Europa ist heute eine Realität", sagte Plassnik. "Wir begrüßen es deshalb, dass sich die große Mehrzahl der europäischen Muslime gleichermaßen zu ihrer religiösen Identität und zu ihrer gesellschaftlichen Identität als Europäer bekennt."

Angesichts der aktuellen Debatte um das sogenannte "Koran-Urteil" in Deutschland betonte Plassnik die klare europäische Wertebasis, in deren Mittelpunkt die Achtung der Menschenwürde und der individuellen Menschenrechte steht. Mit diesem Grundverständnis sei es unvereinbar, "Gruppenrechte" auf religiöser Basis für einzelne Gemeinschaften in Europa zu schaffen: "Ein Europa, das einem muslimischen oder jüdischen Mädchen andere Rechte, also mehr oder weniger, gewährt als einem christlichen oder konfessionslosen - wäre das das Europa, das wir uns wirklich wünschen?"

Besonders unterstrich Plassnik auch die Notwendigkeit einer stärkeren Beteiligung muslimischer Frauen. "Diesem wichtigen Zukunftsthema wird sich vor allem auch die hochrangige Nahost-Frauenkonferenz widmen, zu der ich Ende Mai nach Wien eingeladen habe", sagte Plassnik.

Plassnik erinnerte daran, dass Österreich seit langem dem Dialog der Religionen und Kulturen verbunden sei. "Dialog wird dann glaubhaft, wenn er von allen Seiten aktiv geführt wird. Er trägt dazu bei, Feindbilder abzubauen und Freundbilder aufzubauen", so Plassnik. "So lässt sich ein weit über Europa hinaus reichendes Beispiel für ein zeitgemäßes und zukunftsgerichtetes islamisches Lebensmodell entwickeln, das seine Kraft aus einer geglückten Verbindung muslimisch-religiöser Identität mit dem soliden europäischen Wertefundament bezieht."

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