Tankstellen-Pächter in schwierigem Überlebenskampf

Müller: Wettbewerbsdruck steigt - Beratungsangebot der WKÖ ausgeweitet

Wien (PWK210) - Die aktuelle Tankstellenstatistik für 2006 meldet 2.812 öffentliche Tankstellen, wobei die Diskont-Tankstellen mit 1.030 Stationen geringfügige Zuwächse verbuchen konnten. "Diese Zunahme ist ein ermutigendes Zeichen, da das Überleben der unabhängigen Betreiber immer schwieriger wird", erklärt der Obmann des Fachverbandes der Tankstellenunternehmen in der WKÖ, Ferdinand Müller. Dies sei auch gut für den Wettbewerb, wobei derzeit die hohen Treibstoffpreise zu einer angespannten Situation führen, und andererseits die Pächter in ihrem unternehmerischen Handeln durch die Vertragssituation extrem eingeschränkt werden.

Die großen Mineralölkonzerne entwerfen, so Müller, in regelmäßigen Abständen neue Verträge, die erfahrungsgemäß schlechter sind als die vorigen. Die Tankstellenpächter haben dann nur die Möglichkeit, den Vertrag zu unterschreiben oder sich kündigen zu lassen, hält Müller fest: "Um Jungunternehmer, die eine Tankstelle übernehmen wollen, entsprechend beraten zu können, haben wir das Beratungsangebot an die neue Lage angepasst und ausgeweitet".

Tankstellenpächter kalkulieren bereits jetzt mit Margen im Promillebereich. Ein Liter Normalbenzin ist mit 54,96 Prozent Steuer (MöSt 38,29, USt 16,67 Prozent) belegt, wobei eine MöSt-Erhöhung demnächst beschlossen wird, illustriert Müller die schwierige Situation der Betreiber.

Die Konzentration in der Tankstellenbranche gehe - wenn auch vermindert - weiter. Im Vergleich dazu gab es zum Jahresende 1988 noch 4.055 und 1998 3.141 Tankstellen in Österreich. Die durchwegs schlechte Eigenkapitalausstattung belaste die Tankstellenpächter. Weitere Schließungen und damit eine Ausdünnung des Versorgungsnetzes seien die Folge, so Müller.

Jede der 2.812 Tankstellen in Österreich verkaufte 2006 im Durchschnitt 2,3 Millionen Liter Treibstoff. Wegen der geringen Margen beim Treibstoff gewinnt das Zusatzgeschäft immer mehr an Bedeutung. Die Shops weiten daher ihr Angebot und Sortiment weiter aus. Künftig werde auch die Bedeutung des Servicebetriebes wieder zunehmen. "Es wird voraussichtlich wieder eine Rückkehr zum Tankwart geben. Ein Trend, der bereits in Deutschland gut sichtbar ist", so der Branchensprecher.

Die tatsächlichen Treibstoffkosten machen ein Zehntel der Gesamtkosten eines Autos aus, werden jedoch in der öffentlichen Wahrnehmung von über 90 Prozent der Autofahrer als hoch eingeschätzt. Laut ÖAMTC-Studie teilen sich die Autokosten folgendermaßen auf: 43 Prozent Wertverlust, 27 Prozent Fixkosten, 11 Prozent Kraftstoff, 10 Prozent Wartung, 4 Prozent Reifen und 5 Prozent Nebenkosten. (hp)

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