Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG: Kommentar Reichtum - eine "Dunkelziffer" (von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe, 23. März 2007

Klagenfurt (OTS) - In den 70er Jahren haben Österreichs Arbeitnehmer via Lohn noch 80 Prozent Anteil am Gesamtvermögen gehabt, heute finden sie sich mit 66 Prozent ab - und es geht weiter abwärts. Im selben Zeitraum von 30 Jahren sind die Unternehmensgewinne von 20 auf 34 Prozent gestiegen.

Diese Fakten schlucken wir - ebenso wie die klare Absage dieser und vorangegangener Regierungen an jede Form der Vermögensbesteuerung, die durch ihr Volumen wirklich verändern kann. In Wahrheit liegt genau in diesen neuralgischen Punkten der Schlüssel für eine Umverteilung, nicht in Einzelmaßnahmen. Sicher,auch eine Erhöhung der Mineralölsteuer trifft natürlich sozial unterprivilegierte Schichten. Aber so lange Arbeit keinen fairen Anteil am Gewinn bringt und Eigentum mehr zählt als Leistung, gibt es keine soziale Gerechtigkeit. Zu diesen Leistungen gehört die nicht angemessen entgoltene, meist von Frauen garantierte Versorgungsökonomie "zu Hause".

Wenn die vom Höchstgericht gekippte Besteuerung nicht entnommener Unternehmensgewinne fällt, regiert in Österreich nur noch das Kapital. Ein von der Armutskonferenz geforderter "Reichtumbericht" wäre erhellender als der "Armutsbericht": Wer"häuft mit Hilfe welcher Tricks Reichtum generierende Werte an und auf wessen Kosten. Aber will uns das jemand wissen lassen?

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